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Die IG-Metall ruft zu 24-Stunden-Warnstreiks auf.

250 Betrieben betroffen

Tarifverhandlungen gescheitert: IG Metall ruft zu 24-Stunden-Warnstreiks auf

Die ganze Nacht verhandelt, trotzdem kein Ergebnis: Arbeitgeber und IG Metall finden in Stuttgart keinen Kompromiss. Südwestmetall-Chef Wolf wirft der Gewerkschaft Maßlosigkeit vor.

Update vom 27. Januar - 15.45 Uhr: Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall nun mit 24-stündigen Warnstreiks ein Einlenken der Arbeitgeber erzwingen. Bevor die Gewerkschaft nun zu den 24-Stunden-Warnstreiks aufruft, muss sie ihre Mitglieder in jedem betroffenen Betrieb darüber abstimmen lassen.

Von der Arbeitgeberseite gibt es Kritik. Der bayerische Metall-Arbeitgeberverband vbm kündigte am Samstag rechtliche Schritte gegen die Gewerkschaft IG Metall an. „Welche das sein werden, werden wir am Montag entscheiden“, sagte vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Samstag.

Update vom 27. Januar - 13.23 Uhr: Die IG Metall ruft die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie erstmals zu 24-Stunden-Warnstreiks auf. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand der Gewerkschaft am Samstag nach dem Abbruch der Verhandlungen gefasst, sagte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann in Stuttgart. Diese Warnstreiks könnten nach Abstimmungen der Beschäftigten von kommendem Mittwoch bis Freitag in bundesweit mehr als 250 Betrieben stattfinden. Zugleich sollen Urabstimmungen über Flächenstreiks vorbereitet werden, hieß es in einer Mitteilung.

Update vom 27. Januar - 11.08 Uhr: Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaft ihre Gespräche in Stuttgart ohne Ergebnis abgebrochen. Das teilte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf am Samstag mit. 

Nachdem sie die ganze Nacht verhandelt hatten, brachen IG Metall und Arbeitgeber ihre Gespräche in Stuttgart am Samstag erneut ohne Ergebnis ab. Die IG Metall habe zuletzt neue Vorschläge vorgelegt, die nicht mehr verhandelbar gewesen seien, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf und sprach von „maßlosen Forderungen“.

Der Vorstand der Gewerkschaft wird nun voraussichtlich entscheiden, ob er erstmals bundesweite Tages-Warnstreiks in Gang setzt und in einzelnen Regionen direkt in die Urabstimmung über Flächenstreiks geht. Wolf sagte, er könne nur davor warnen, den Konflikt weiter eskalieren zu lassen. „Wir behalten uns natürlich rechtliche Schritte vor.“

Alternativvorschlag brachte offenbar keine Lösung

Zum Auftakt der fünften Verhandlungsrunde im für die Branche bedeutenden Tarifbezirk Südwest am Freitagabend hatten sich beide Seiten noch prinzipiell offen dafür gezeigt, über eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln zu sprechen - sowohl nach unten als auch nach oben. Letztlich blieben die Gespräche dann aber wieder an der Forderung der Gewerkschaft nach einem finanziellen Ausgleich für bestimmte Gruppen von Beschäftigten hängen.

Was verlangt die IG-Metall?

Die IG Metall hatte verlangt, dass die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dafür einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber ablehnen. Ein Alternativvorschlag, über den zwischenzeitlich diskutiert worden sein soll, brachte offensichtlich auch keine Lösung.

Alle wichtigen Funktionäre anwesend

Die Gespräche waren am vergangenen Mittwoch schon einmal abgebrochen worden, nachdem es zwischenzeitlich schon fast nach einer Einigung ausgesehen hatte. Die Gewerkschaft hatte dann aber darauf verzichtet, die nächste Eskalationsstufe auszurufen, und sich noch einmal mit den Arbeitgebern an den Verhandlungstisch gesetzt.

Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie werden für jeden der sieben Tarifbezirke einzeln ausgehandelt. Die Ergebnisse in Baden-Württemberg hätten aber wegweisend für ganz Deutschland werden sollen. Zu den Verhandlungen in Stuttgart waren alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall angereist.

Verhandlungen hinter verschlossenen Türen

Stuttgart - Bei den Verhandlungen im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Es sei ein gutes Zeichen, dass nach fast zwölf Stunden immer noch verhandelt werde, bestätigten Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern am frühen Samstagmorgen. Auch die Tatsache, dass alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall vor Ort sind, gilt als Indiz, dass es diesmal mit einem Abschluss klappen könnte.

Bei den Verhandlungen hinter verschlossenen Türen scheint es vor allem um den umstrittenen „Zuschuss“ zu gehen: Die IG Metall hatte gefordert, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dabei zusätzlich einen Zuschuss für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber strikt ablehnen. Mittlerweile soll zu dem Zuschussmodell ein Alternativvorschlag auf dem Tisch liegen, der intensiv diskutiert wird.

Warnstreiks im Bereich des Möglichen

Die Verhandlungsführer und ihre jeweils fünf Mitstreiter befinden sich dabei nicht im Dauergespräch miteinander. Vielmehr ziehen sie sich immer wieder zurück, um sich mit ihren Verhandlungskommissionen und Chefs der Dachverbände zu beraten und abzustimmen. Der IG-Metall-Vorstand hat den Verhandlungsteams eine Frist bis Samstagmittag gesetzt, um zu einem belastbaren Ergebnis zu kommen.

Wird keine Einigung erzielt, will die Gewerkschaft umgehend über eintägige Warnstreiks entscheiden, die bereits in der kommenden Woche beginnen würden. Es ist die fünfte Verhandlungsrunde im aktuellen Tarifstreit; noch am Mittwoch hatten die beiden Parteien ihre Verhandlungen abgebrochen, weil sie keine Einigung erzielen konnten.

dpa

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