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IG Metall: Zu wenig Altersarbeitsplätze

Berlin - Die IG Metall sieht die Voraussetzungen für die Rente mit 67 nach wie vor für nicht gegeben. Dies geht aus einer am Donnerstag vorgestellten Umfrage hervor.

Unternehmen nehmen nach Ansicht der IG Metall kaum Rücksicht auf die Bedürfnisse alter Arbeitnehmer. “Notwendig sind Arbeitsplätze, mit denen Ältere gesund bis zur Rente arbeiten und zu fairen Bedingungen aus dem Erwerbsleben aussteigen können“, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, am Donnerstag in Berlin. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall bezeichnete die Forderung als “irreführend und überflüssig“. Die Branche habe die Weichen für Anpassung an die Rente mit 67 gestellt.

Die IG Metall stützt sich bei ihren Forderungen auf eine Umfrage unter Betriebsräten, wonach neun von zehn Unternehmen nichts oder nur wenig für die altersgerechte Arbeitsgestaltung tun. In der Metall- und Elektroindustrie seien nur 3,8 Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre alt. Fast 80 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass die Beschäftigten das gesetzliche Rentenalter nicht gesund erreichen könnten. Aus Sicht der Gewerkschaft sind die Umfrageergebnisse eine Bestätigung für ihren Kampf gegen die Rente mit 67 Jahren.

Arbeitgeber: Vorruhestand verantwortlich

Gesamtmetall bezeichnete die Zahlen der Gewerkschaften als unseriös und warf der IG Metall vor, Zukunftsängste zu schüren. Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit seien im vergangenen Jahr nicht 3,8 Prozent, sondern 4,9 Prozent der Mitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie 60 Jahre und älter gewesen. Seit der Jahrtausendwende habe sich der Anteil verdoppelt. Der niedrige Grad der Beschäftigung älterer Mitarbeiter liege nicht an den Arbeitsbedingungen, sondern sei das Ergebnis früherer Vorruhestandsprogramme.

Für alle Arbeitnehmer ab Jahrgang 1964 gilt die Rente ab 67, bis dahin gilt eine Übergangsregelung, nach der das Rentenalter allmählich angehoben wird. “Viele Arbeitnehmer werden unter den heutigen Arbeitsbedingungen aber nicht bis 67 arbeiten können“, sagte Wetzel. Arbeitgeber und Politik nähmen “ihre Verantwortung nicht ansatzweise wahr“, die Bedingungen zu verbessern. Es gebe zwar einzelne öffentlichkeitswirksame Pilotprojekte, aber die große Masse der Arbeitnehmer habe nichts davon.

Rentenkürzungen und Altersarmut vermeiden

Zum einen verlangen die Arbeitnehmervertreter von den Betrieben, die Arbeitsbedingungen für ältere Mitarbeiter so zu verändern, dass diese gesundheitlich die Arbeit bis zum 67. Lebensjahr durchhalten. Zum anderen müssten Politik und Wirtschaft einen flexiblen Übergang in den Ruhestand ermöglichen, der nicht zu starken Rentenkürzungen und damit zu Altersarmut führe.

Die IG Metall bekräftigte ihre Ankündigung, die Rente zum Thema der Bundestagswahl im Herbst 2013 zu machen. Unter dem Motto “Gute Arbeit - gut in Rente“ sei Anfang November eine Aktionswoche geplant, um die Öffentlichkeit auf die Probleme infolge der Anhebung des Rentenalters aufmerksam zu machen.

dapd/dpa

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