IG Metall will erst 2005 über zweistufige Tarifverträge entscheiden

- Hannover - Die IG Metall hat eine Entscheidung über zweistufige Tarifverträge nach Ertragskraft der Unternehmen vertagt. Auf ihrem Gewerkschaftstag in Hannover forderten die rund 600 Delegierten am Freitag den Vorstand auf, bis Ende 2005 einen Beschluss über "die mittelfristige tarifpolitische Planung" zu treffen.

<P>Vor allem aus Baden-Württemberg kommt die Forderung nach Differenzierung, um in wirtschaftlich starken Betrieben über die Erhöhungen im Flächentarif hinaus Zuschläge aushandeln zu können. Dies ist in der Gewerkschaft umstritten. Viele befürchten, dass der Flächentarif dann nur noch Mindeststandards festlegt.</P><P><BR>In einer Entschließung, die nach kontroverser Diskussion vom Gewerkschaftstag angenommen wurde, heißt es: "Die Tarifpolitik der IG Metall ist und bleibt den Interessen aller Beschäftigten in ihrem Bereich verpflichtet." Die Berücksichtigung des wirtschaftlichen Erfolges einzelner Unternehmen könne aber in begrenztem Maß die Teilhabe der direkt Betroffenen verbessern. Dies dürfe aber nicht dazu führen, "dass das Niveau der Tarifabschlüsse in der Fläche sinkt". Erfolgsabhängige Elemente könnten deshalb nur zusätzlich zu den tariflichen Entgelten vereinbart werden. Denkbar sei dies für gesonderte Jahreszahlungen.</P><P><BR>Die IG Metall hält weiter an ihrem Ziel der 35-Stunden-Woche als allgemeinen Arbeitszeitstandard in allen Branchen in West- und Ostdeutschland fest. Bis Ende 2005 soll der Vorstand konkrete Schritte zur Angleichung in den ostdeutschen Tarifgebieten und zur Arbeitszeitgestaltung in den westdeutschen Tarifgebieten beschließen. "Angesichts anhaltender Massenarbeitslosigkeit und weiterhin hoher Produktivitätsentwicklung kann auf Dauer auf Arbeitsumverteilung und Arbeitszeitverkürzung mit vollem Entgeltausgleich nicht verzichtet werden", heißt es in der Entschließung. Ein Streik zur Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie war im Sommer gescheitert. </P>

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