IG Metall will 7 Prozent mehr Geld

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Frankfurt/Main (dpa) - Die IG Metall wird voraussichtlich mit einer Forderung nach mindestens 7 Prozent mehr Geld in die anstehende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie gehen - der höchsten Forderung seit 16 Jahren.

"Wir diskutieren derzeit, plus sieben bis acht Prozent zu fordern", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). Der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, erklärte dazu in einer schriftlichen Stellungnahme: "Die Zahlen des Kollegen Burkhard geben die aktuelle Diskussion zu einer möglichen Tarifforderung wider."

Eine Forderung von sieben Prozent oder mehr wäre die höchste seit 1992, als die IG Metall 9,5 Prozent mehr Geld in der Metall- und Elektroindustrie verlangte. Der Vorstand der IG Metall wird die Diskussion aus allen Bezirken am 8. September zusammenfassen, bewerten und dann eine Empfehlung aussprechen." Dann will die IG Metall in Frankfurt ihre Forderung für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten bekanntgeben. Ende Oktober 2008 läuft der Tarifvertrag aus. "Die Schere zwischen Gewinn- und Lohnentwicklung hat sich in letzter Zeit weit geöffnet", erklärte Wetzel. "Die Beschäftigten verlangen einen gerechten Ausgleich."

Der IG-Metall-Vize reagierte damit auf Aussagen des Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser. Dieser rief die IG Metall in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) für die bevorstehende Tarifrunde zu Mäßigung auf. "Wir laufen in eine Abschwungphase hinein", sagte Kannegiesser. Die Tarifverhandlungen dürften nicht zu einer "Tarifrunde der Gefühle" werden. In der Metall- und Elektroindustrie habe es in den vergangenen Jahren nie einen Reallohnverlust gegeben. Nach Ansicht von Kannegiesser müsste die Forderung der IG Metall in diesem Jahr "eigentlich niedriger sein als im vergangenen Jahr".

IG-Metall-Chef Berthold Huber hatte bereits angekündigt, wegen der Preisexplosion bei Energie und Lebensmitteln werde die Gewerkschaft mehr als 6,5 Prozent plus fordern. Wetzel rechnete vor, die Einkommen in der Metall- und Elektroindustrie seien in den Jahren 2003 bis 2007 effektiv um 8,7 Prozent gestiegen, während die Gewinne der Unternehmen im gleichen Zeitraum um 220 Prozent geklettert seien. Zudem seien Managergehälter "vielfach exorbitant gestiegen".

Im Mai 2007 war die Gewerkschaft mit einer Forderung von 6,5 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde gezogen. Am Ende einigte man sich auf 4,1 Prozent mehr und 400 Euro Einmalzahlung. Im Juni 2008 kamen noch einmal 1,7 Prozent hinzu.

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