VW: IG Metall will vor Verhandlung Zusagen

- Berlin - Die IG Metall verlangt vor Tarifgesprächen mit dem VW-Management über die Sanierung der Kernmarke klare Zusagen.

"Erst wenn der Vorstand ganz bestimmte Anforderungen erfüllt, werden wir entscheiden, ob wir uns auf Tarifverhandlungen einlassen", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Hartmut Meine.

Beim zweiten Sondierungsgespräch am kommenden Mittwoch über die Pläne des Managements zur Sanierung der Kernmarke VW "stellen wir den VW-Vorstand auf den Prüfstand".

Der Wolfsburger Autobauer hatte die Gewerkschaft zu Gesprächen aufgefordert, um auszuloten, ob Änderungen an dem bestehenden Tarifvertrag erforderlich sind. VW will mit massiven Kostensenkungen und Personalabbau die Ertragsschwäche der Marke überwinden.

Meine kritisierte, dass VW seit November 2004 den Abschluss einer Betriebsvereinbarung über eine innovative Arbeitsorganisation blockiere. "Wir erwarten, dass das jetzt angegangen wird. Zum zweiten wollen wir wissen, welche Fahrzeuge und Komponenten künftig an den sechs Standorten gebaut werden", sagte Meine. Wissen wolle man auch, "welches weitere Fahrzeug mit welcher Stückzahl nach Wolfsburg kommt", sagte der Bezirkschef der IG Metall in Niedersachsen.

Mindestens 20 000 Jobs stehen bei VW auf dem Prüfstand. Sie sollen hauptsächlich auf freiwilligem Weg abgebaut werden. Nach Experteneinschätzung wird der Personalabbau aber deutlich höher sein. VW äußerte sich dazu noch nicht.

In den sechs westdeutschen VW-Werken gilt der Zukunftstarifvertrag von November 2004, in dem VW der IG Metall Beschäftigungsgarantie für die über 100 000 Arbeitnehmer bis 2011 zusicherte. Er steht aber unter der Voraussetzung der Wirtschaftlichkeit und kann gekündigt werden.

Bei einem Sondierungsgespräch am 12. Juni hatte die VW-Führung eine Abschaffung der Vier-Tage-Woche und Rückkehr zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich gefordert. Dies wies die Gewerkschaft zurück.

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