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IG Metall-Chef wirft Siemens VDO Erpressung vor

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- Würzburg/Hamburg - Der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer hat dem Automobilzulieferer Siemens VDO in Würzburg Erpressung der Belegschaft vorgeworfen. In den Plänen zur Produktionsverlagerung nach Tschechien sehe er zudem einen Angriff auf den Flächentarifvertrag, sagte Neugebauer der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwoch).

Siemens VDO verlangt nach Angaben der IG Metall massive Einschnitte von den Beschäftigten in Würzburg und droht mit der Verlagerung von bis zu 1600 Stellen in das tschechische Ostrava. "Für mich ist das Erpressung", sagte Neugebauer. "Weder mündlich noch schriftlich ist Siemens auf mich zugekommen." Er erwarte aber noch vor Ostern, dass Siemens sich mit konkreten Forderungen an die IG Metall wende. "Dann wird verhandelt." Siemens VDO Automotive entwickelt und fertigt elektrische und elektronische Antriebs- und Informationssysteme für die Automobilhersteller.

Auch Protestaktionen gegen die Siemens-Pläne wollte der IG Metall-Chef nicht ausschließen, sollte der Konzern seine Pläne rücksichtslos durchsetzen wollen. Er befürchte angesichts der Erfahrungen von 2004 einen groß angelegten Angriff auf den Flächentarifvertrag. "Wir dürfen Siemens VDO nicht isoliert sehen." Zu erwarten seien Begehrlichkeiten nicht nur von Unternehmen derselben Branchen, sondern von Industriebetrieben bundesweit, wenn Siemens mit seinen Vorstellungen durchkomme. 2004 hatte Siemens für seine beiden Telefon-Standorte Kamp-Lintfort und Bocholt mit der Verlegung der Produktion nach Ungarn gedroht. Daraufhin einigten sich IG Metall und Management auf flexiblere Arbeitszeiten und Lohnverzicht. 

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