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Schwerpunkt in Baden-Württemberg

Bundesweit 48 000 Metaller im Warnstreik

Stuttgart - Die IG Metall erhöht den Druck in der laufende Tarifrunde und hat die Warnstreiks ausgeweitet. Bundesweit haben sich am Donnerstag nach Angaben der Gewerkschaft mehrere zehntausend Beschäftigte an den Aktionen beteiligt.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die Gewerkschaft am Donnerstag mit massiven Warnstreiks ihre Forderungen unterstrichen. 48 000 Metaller legten nach Zählung der IG Metall vorübergehend die Arbeit nieder. „Die Belegschaften zeigen mit ihrer großen Beteiligung am bundesweiten Warnstreikauftakt, was sie vom Arbeitgeberangebot halten: es reicht nicht“, sagte IG Metall-Chef Berthold Huber laut einer Mitteilung in Frankfurt. Huber kündigte an, dass die Gewerkschaft den Druck weiter aufrechterhalten werde. Die Gewerkschaft erwarte nun von den Arbeitgebern einen Vorschlag, der eine Einigung möglich mache.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg , Christian Amsinck, appellierte an die IG Metall auf Warnstreiks zu verzichten und sich mit dem Angebot der Arbeitgeber zu befassen. Warnstreiks seien „unnötige Rituale“ und führten keinen Schritt weiter. Stattdessen komme es zu unverantwortlichen Produktionsausfällen , so Amsinck.

5,5 Prozent mehr Lohn gefordert

Für die bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche fordert die Gewerkschaft 5,5 Prozent mehr Geld. Ein Angebot der Arbeitgeber hatte die Gewerkschaft abgelehnt. Sie hatten nach zwei Nullmonaten eine Erhöhung um 2,3 Prozent bei 13 Monaten Laufzeit geboten.

Schwerpunkt der Warnstreik am Donnerstag sei Baden-Württemberg gewesen, sagte ein IG Metall-Sprecher. Bis zum Mittag hätten dort 26 500 Beschäftigte aus 50 Betrieben die Arbeit kurzzeitig niedergelegt. Die größte Kundgebung gab es beim Autobauer Daimler in Sindelfingen mit 9 000 Warnstreikenden. Bei Porsche in Zuffenhausen seien 3 000 Beschäftigte vor das Werkstor gezogen.

Verhandlungen auf regionaler Ebene

Im Daimler-Sprinterwerk in Düsseldorf legten nach Angaben der IG Metall rund 1000 Mitarbeiter der Nachtschicht für mehrere Stunden ihre Arbeit nieder. Im Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen hätten sich 7300 Beschäftigte aus 15 Betrieben beteiligt, im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen waren es nach Gewerkschaftsangaben 6 000 Metaller. Bundesweit haben sich seit dem Ende der Friedenspflicht in der Nacht zum Mittwoch nach den Angaben rund 50 000 Beschäftigte in 100 Betrieben an den Aktionen beteiligt.

Die Verhandlungen bei der Tarifauseinandersetzung für die größte deutsche Industriebranche werden auf regionaler Ebene geführt. Sie sollen am Dienstag in der dritten Runde in Baden-Württemberg fortgesetzt werden. Die IG Metall hat bundesweit weitere Aktionen angekündigt.

dpa

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