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Es droht eine massive Streikwelle der IG-Metall.

Metall-Industrie steht vor massiver Warnstreikwelle

Stuttgart - Auf die Metall- und Elektroindustrie rollt in der kommenden Woche eine der massivsten Warnstreik-Wellen der Geschichte zu.

Nach Vorlage eines Arbeitgeberangebots und dem Abbruch der Gespräche in den großen Tarifbezirken hat die IG Metall zehntausende Beschäftigte zu kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen in der Nacht zum Montag aufgerufen.Erste Warnstreiks wird es nach Gewerkschaftsangaben schon in der Nacht zum Samstag geben. Davon betroffen werden unter anderem der Autobauer Audi in Neckarsulm sowie der Glas- und Lampenproduzent Osram in Berlin-Spandau sein.

Die IG Metall lehnte die Offerte der Arbeitgeber - die erstmals am Donnerstagabend in Baden-Württemberg auf den Tisch gelegt wurde -durchweg als unzumutbar ab. Die Arbeitgeber bieten 2,1 Prozent höhere Einkommen für das kommende Jahr an. Zudem soll es Einmalzahlungen für die Monate November und Dezember von insgesamt 0,8 Prozent bezogen auf das Jahreseinkommen geben. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent höhere Einkommen. Die Friedenspflicht endete am Freitag um Mitternacht. In der Branche sind bundesweit 3,6 Millionen Menschen beschäftigt.

Am Freitag wurden die Verhandlungen in mehreren Bezirken vertagt. Verhandelt wurde für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten der Branche in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in den Bezirken Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Küste.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser verteidigte das Angebot und sagte im Westdeutschen Rundfunk (WDR): "Wir stehen vor einem Jahr, in dem wir kaum eine Erhöhung der Produktivität erwarten." Er fügte hinzu: "Es wird im nächsten Jahr eine Inflationsrate von zwei Prozent erwartet. Und genau die hätten wir mit unserem Angebot abgedeckt."

Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer sagte nach der kurzen Verhandlungsrunde von gut einer Stunde in Bamberg: "Ab Montag geht es rund in allen Regionen Bayerns." 230 Euro durchschnittliche Einmalzahlung seien eine Lachnummer. Das Angebot von 2,1 Prozent für das kommende Jahr liege unterhalb der Preissteigerungsrate. Bei den Warnstreiks in bis zu 200 Betrieben werden die Beschäftigten laut Neugebauer deutlich machen, dass die Forderung von acht Prozent von den Arbeitnehmern getragen werde.

"Die Wut bei den Beschäftigten über das mickrige Angebot ist groß", unterstrich Hannovers IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine. Die "halsstarrige Haltung" des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall machten Warnstreiks unumgänglich. "Wir lassen uns nicht für die Finanzmarktkrise in Regress nehmen", sagte Meine. In Dortmund hatten vor dem Hotel, in dem die Tarifparteien für Nordrhein-Westfalen verhandelten, rund 700 Gewerkschaftsmitglieder gegen das Arbeitgeber-Angebot protestiert.

dpa

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