Metall-Tarifkonflikt in Sachsen beigelegt

- Dresden - Der Tarifkonflikt in der deutschen Metallindustrie ist endgültig beigelegt. Im letzten Bundesland, Sachsen, gaben die Arbeitgeber am Sonntag nach wochenlangem Streit grünes Licht für eine Übernahme des Tarifabschlusses aus Berlin-Brandenburg.

<P>Der Abschluss stützt sich wiederum auf den Pilotabschluss aus Baden-Württemberg. Die IG Metall blies daraufhin ihre für Montag angekündigten Warnstreiks ab. Nach Angaben des Verbandes der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) wurden die entsprechenden Vertragstexte noch am Sonntag der IG Metall übermittelt. In allen anderen Tarifbezirken war es zuvor bereits zu einer Vereinbarung gekommen.</P><P>Demnach erhalten die rund 26 000 Beschäftigen in den Mitgliedsunternehmen des VSME vom 1. März an 2,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt und von März 2005 an weitere 2,7 Prozent, teilte die IG Metall mit. Abweichend vom Pilotabschluss im Südwesten war in Berlin- Brandenburg aber auch vereinbart worden, dass Betriebe bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Teil-Zahlung aus dem Abschluss von 0,7 Prozentpunkten nicht leisten müssen.</P><P>Bei der IG Metall wurde die Entscheidung der Arbeitgeber als "Sieg der Vernunft" gefeiert. Die Gewerkschaft gehe gestärkt aus dem Tarifkonflikt heraus, sagte deren Sprecher Bernd Kruppa der dpa. "Die IG Metall wollte keinen Konflikt, hat sich aber durchgesetzt". Bei den sächsischen Arbeitgebern hätten sich letztendlich "die Vernünftigen" durchgesetzt. Für die Zukunft erwarte die IG Metall, "dass sich eine verlässliche Partnerschaft herausbildet."</P><P>Der Vorstand des VSME war am Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten. Er habe sich mit der tarifpolitischen Situation befasst und im Ergebnis der Beratung beschlossen, "der Empfehlung von Gesamtmetall zu folgen und der Übernahme des Abschlusses von Berlin/Brandenburg zuzustimmen", hieß es in einer knappen Mitteilung. </P><P>Trotz des Metall-Tarifabschlusses denkt IG Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel nicht mehr ans Aufhören. Sein Nachfolger sei "noch nicht in Sicht", sagte der Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen der "Sächsischen Zeitung" (Montagausgabe). Der Übergang werde "noch eine Weile dauern". </P><P>Während der Tarifverhandlungen hatte Düvel angekündigt, danach in den Ruhestand zu treten, auch aus gesundheitlichen Gründen. Die Stellung des Gewerkschaftsfunktionärs galt nach dem verlorenen Arbeitszeit- Streik in Sachsen im Sommer 2003 als angeschlagen.</P>

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