Metalltarifpartner bewegen sich aufeinander zu

- Düsseldorf - In dem seit zehn Wochen andauernden Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie kommt Bewegung. Vor der sechsten Tarifrunde in Nordrhein-Westfalen kündigten die Metallarbeitgeber ein verbessertes Angebot an. Die IG Metall unterstrich, sollte es bis Ende des Monats nicht zu einer Einigung kommen, seien Urabstimmungen und Streiks die Folge.Der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte im Deutschlandfunk, die Arbeitgeber

wollten ihr Angebot "Richtung 2" erhöhen. Man müsse aufeinander zugehen. Das bedeute für die Arbeitgeber, nicht "bei 1,8 Prozent, also 1,2 plus 0,6, stehen zu bleiben". Die IG Metall könne aber auch nicht bei ihrer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld bleiben. Bislang hatten die Arbeitgeber 1,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt jährlich bei 24 Monaten Laufzeit sowie monatliche Einmalzahlungen von 0,6 und 0,4 Prozent angeboten.

Für den Bezirk Nordrhein-Westfalen mit seinen 700 000 Beschäftigten der Branche wurde bereits eine siebte Verhandlungsrunde für Freitag angesetzt. Heute wird noch für insgesamt fast zwei Millionen Beschäftigte in den Bezirken Baden-Württemberg (800 000 Metaller), Bayern (710 000), Mittelgruppe (Hessen, Rheinland- Pfalz, Saarland 410 000) und Niedersachsen (70 000) verhandelt. Hier warteten die Tarifparteien mit Spannung auf das Angebot in Nordrhein-Westfalen. Die vierte Verhandlungsrunde für die 63 000 Beschäftigten in Brandenburg und Berlin wurde angesichts dieser Situation auf unbestimmte Zeit verschoben. Bei den Verhandlungen geht es um höhere Löhne und Gehälter für rund 3,4 Millionen Metaller in Deutschland.

Der Arbeitgeberverband NRW forderte die IG Metall auf, mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen. Ein Abschluss von drei Prozent und mehr sei aber nicht machbar, sagte der Präsident der Metallarbeitgeber, Michael Jäger, vor Beginn der entscheidenden Tarifrunde. Der Düsseldorfer IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel begrüßte, dass sich die Arbeitgeber bewegen wollten. Mit einem sofortigen Tarifabschluss rechneten beide Verhandlungspartner aber nicht.

Die Gewerkschaft hatte auch erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Die heutigen Verhandlungen sollen ebenfalls von Warnstreiks begleitet werden. In Bayern rief die Gewerkschaft die Beschäftigten von BMW, Knorr-Bremse und anderen Münchner Firmen dazu auf, für drei Stunden die Arbeit niederzulegen. Zu einer Kundgebung bei BMW werden 10 000 Teilnehmer erwartet.

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