Metall-Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

- München - Die Tarifverhandlungen für die rund 710 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind am Donnerstag nach der ersten Runde ohne Annäherung vertagt worden. "Wir haben in großer Sachlichkeit miteinander diskutiert", sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Helmut Keese im Anschluss an die etwa zweistündigen Gespräche. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Dagegen sehen die Arbeitgeber lediglich einen Verhandlungsspielraum in Höhe des gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachses von 1,0 bis 1,2 Prozent. Dazu sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer: "Diese Größenordnung ist für uns nicht akzeptabel."

Die Gespräche sollen am 6. März in Augsburg fortgesetzt werden. Dann sollten die Arbeitgeber ein konkretes Angebot auf den Tisch legen, forderte Neugebauer. Zur Mahnung des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie nach einer moderaten Lohnpolitik sagte der Gewerkschafter: "Wir wollen auch einen moderaten Abschluss, fünf Prozent ist moderat." Es müsse endlich gelingen, dass die Menschen wieder mehr Geld in der Tasche hätten. Wie in den vergangenen 20 Jahren bereite sich die Gewerkschaft auch auf die Möglichkeit eines Arbeitskampfes vor. Dies gehöre genauso dazu "wie der Knödel zum Schweinsbraten". Auf einen Pilotbezirk wolle man sich nicht festlegen lassen. "Ich halte sowohl Bayern als auch alle anderen Bezirke für abschlussfähig", sagte Neugebauer.

Keese warf der IG Metall vor, sie ignoriere mit ihren Forderung die Realitäten der Globalisierung und nehme "fahrlässig in Kauf, dass der Beschäftigungsabbau in Deutschland weitergeht." Alleine im vergangenen Jahr habe die bayerische Metall- und Elektroindustrie rund 4000 Arbeitsplätze verloren. "Wir wollen Arbeitsplätze sichern." Dies sei aber nur mit einem moderaten Tarifabschluss möglich.

Neben Einkommenserhöhungen um fünf Prozent verlangt die Gewerkschaft einen Tarifvertrag zur Förderung von Qualifizierung und Innovation in den Unternehmen. Außerdem müsse der Bundestarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen wieder unverändert in Kraft gesetzt werden.

Zum Start der bundesweiten Verhandlungsrunden hatte es am Vortag auch im Bezirk Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie im nordwestlichen Niedersachsen keinerlei Annäherung gegeben. Wie in Bayern starteten am Donnerstag auch Gespräche in den Bezirken Küste und Nordrhein-Westfalen. Auch hier zeichnete sich keine Annäherung ab. Die Friedenspflicht läuft am 28. März aus. Danach kann die IG Metall zu Warnstreiks aufrufen.

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