Metall-Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

- Würzburg - Die Tarifverhandlungen für die rund 710 000 Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind am Freitag nach der dritten Runde ergebnislos vertagt worden. "Wir sind uns nicht näher gekommen", sagte Bertram Brossardt vom Arbeitgeberverband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall kündigte für die kommende Woche bayernweite Warnstreiks an. Ihr Verhandlungsführer Richard Polzmacher forderte die Arbeitgeber auf, ein Angebot für höhere Löhne vorzulegen. "Das wird allerhöchste Zeit."

Die Gewerkschaft werde nicht von ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn sowie einer 40 Euro höheren Ausbildungsvergütung abrücken, sagte Polzmacher. Die Arbeitgeber sehen dagegen nur einen Verhandlungsspielraum in Höhe des gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachses von bis zu 1,2 Prozent. Verhandlungsführer Helmut Keese sagte, es müsse nicht über den Lohn verhandelt werden, sondern über eine Sicherung der Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Die Arbeitgeber boten der Gewerkschaft am Freitag an, weitere Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Sollte die Gewerkschaft einer Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde zustimmen, würden die Unternehmen sechs Prozent mehr Stellen schaffen, sagte Brossardt. Zudem verpflichteten sich die Betriebe, mehr Lehrlinge einzustellen, wenn die Ausbildungsvergütung auf dem aktuellen Stand eingefroren würde. So könnten mehrere hundert Ausbildungsplätze in Bayern geschaffen werden, sagte Brossardt.

Polzmacher bezeichnete die Vorstellungen der Arbeitgeber als "Scheinangebote". Sie sollten dazu dienen, neue Arbeits- und Ausbildungsplätze von den Beschäftigten finanzieren zu lassen. "Das müssen aber die Firmen selbst bezahlen", sagte er. Anstatt ein konkretes Angebot für Lohnerhöhungen in die Verhandlungen einzubringen, klammerten sich die Arbeitgeber an "Themen, die gar nicht zur Debatte stehen". Er kündigte an, dass es nach dem Ende der Friedenspflicht am 28. März bayernweit zu Arbeitsniederlegungen in der Metall- und Elektroindustrie kommen werde.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Geht es nach Donald Trump, soll die Hälfte aller chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafen belegt werden. Peking will Vergeltung üben. Die beiden größten …
USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
VW und Audi halten sich im Falle Stadler alle Optionen offen. Der Audi-Chef wurde beurlaubt und der bisherige Vertriebsvorstand Schot auf seinen Posten berufen. …
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Deutschlands Tor zur Welt klemmt derzeit. Zum Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern herrscht am Frankfurter Flughafen Anspannung. Staus wie zu Ostern sollen …
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?
Über positive Aufregung vor der Fußball-WM wollte Aldi Süd auf Facebook schreiben - und erlebte eine aus ganz anderen Gründe aufgeregte Kundin.
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.