Metro-Aktionäre kritisieren Vorstandschef Cordes

Düsseldorf - Metro-Chef Eckhard Cordes ist wegen seiner Doppelfunktion beim Düsseldorfer Handelsriesen und der Duisburger Haniel-Gruppe in die Schusslinie der Kritik geraten. "Dies ist eine Machtkonzentration, wie sie ganz selten in Deutschland anzutreffen ist."

Das sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) am Freitag bei der Hauptversammlung in Düsseldorf. In beiden Unternehmen werde der Manager auch noch von gleichen Chefkontrolleur, nämlich Franz Haniel, beaufsichtigt.

Die Duisburger Industriellenfamilie Haniel ist mit 34 Prozent größter Einzelaktionär der Metro. Benner-Heinacher fragte, ob Vorstandschefs von DAX-30-Unternehmen ihre ganze Arbeitskraft nicht für ein Unternehmen einsetzen müssten. Auch andere Anteilseigener kritisierten die Rolle von Cordes. Der Manager war nach dem Rücktritt von Hans-Joachim Körber im November 2007 vom Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden in den Vorstand gewechselt.

Indessen ist Metro zuversichtlich, bei seiner Verluste schreibenden Lebensmitteltochter Real die Wende zu schaffen. Es gelte möglichst schnell, den Break Even zu erreichen, sagte Cordes. "Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird." Cordes hatte Real im Frühjahr eine Frist von zwei Jahren eingeräumt, in der die Tochter im Deutschlandgeschäft wieder profitabel wirtschaften soll. Metro will dazu Kosten senken und hat bereits eine große Imagekampagne "Einmal hin. Alles drin" gestartet.

Zudem sollen die Eigenmarken verstärkt werden. Ab Herbst kommen zunächst rund 800 Produkte der neuen Marken in die Regale. Der Sanierungsprozess werde genau überwacht, sagte Cordes. Sollte Real sein Geschäft in den kommenden zwei Jahren nicht deutlich verbessern, werde Metro die Konsequenzen ziehen. "Aber zunächst einmal sind wir, mit gutem Grund, Optimisten."

Den geplanten Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof begründete Cordes damit, dass die Sparte sich weniger stark internationalisieren lasse als die anderen Metro-Töchter. Metro werde nun alle Optionen für den Kaufhof prüfen. Anlass zur Hektik geben es aber nicht. "Die Geschäftszahlen zeigen, dass wir in komfortabler Position die beste Option auswählen können."

Seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr bestätigte Metro. Weiterhin soll der Umsatz um mehr als sechs Prozent und das betriebliche Ergebnis (EBIT) vor Sondereffekten um sechs bis acht Prozent wachsen. Seine Auslandsexpansion will der Konzern weiter voran treiben.

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