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Konzernchef Olaf Koch strebt bis Mitte des Jahres die Aufspaltung von Metro in zwei selbstständige Unternehmen an: einen Lebensmittelspezialisten und einen Elektronikhändler.

Mit großer Mehrheit

Metro-Hauptversammlung gibt grünes Licht für Aufspaltung

Düsseldorf - Der einst größte deutsche Handelskonzern Metro will sich im Sommer in zwei Unternehmen aufspalten. Vorstandschef Olaf Koch erhofft sich damit nach schwierigen Jahren wieder bessere Wachstumschancen.

Zäsur bei der Metro: Die Aktionäre des Handelsriesen haben mit großer Mehrheit grünes Licht für die Aufspaltung des Konzerns gegeben. Auf der Hauptversammlung in Düsseldorf stimmten insgesamt 99,95 Prozent des anwesenden Kapitals für die Pläne von Vorstand und Aufsichtsrat, das Unternehmen in einen Lebensmittelspezialisten und einen Elektronikhändler zu teilen. Das teilte Metro am Abend mit. Notwendig gewesen wäre eine Mehrheit von 75 Prozent.

Konzernchef Olaf Koch hatte zuvor um die Zustimmung der Aktionäre für den großen Schritt geworben. Die Aufteilung von Metro soll nach seinen Worten das Wachstum beschleunigen, mehr Börsenwert bringen und Partnerschaften sowie Zukäufe erleichtern. Die Strategien der beiden Unternehmen seien inzwischen "so unterschiedlich, wie sie nur seien können", sagte Koch. Deshalb mache es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten.

Koch strebt bis Mitte des Jahres die Aufspaltung von Metro in zwei selbstständige Unternehmen an: einen Lebensmittelspezialisten, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören, und einen Elektronikhändler mit dem neuen Kunstnamen Ceconomy, unter dessen Dach die Ketten Media Markt und Saturn agieren sollen.

Rückendeckung bekam er von einer Reihe von Aktionärsvertretern. Alexander Elsmann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) betonte, die Metro habe in der Vergangenheit, "alles versucht, was man im Handel versuchen kann". Doch dies habe das Wachstum nicht ankurbeln können. "Die Aufspaltung ist die logische Konsequenz", meinte der Aktionärsvertreter.

Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem "Befreiungsschlag". Sie hoffe, dass damit die Jahre der endlosen Restrukturierung bei der Metro ein Ende fänden. "Es wird kein Schnellstart sein, eher ein Start mit angezogener Handbremse." Die Feinabstimmung beider Gesellschaften werde einige Zeit dauern. Dennoch begrüßte sie den Schritt. "Wir haben endlich mal wieder eine Perspektive."

Doch gab es auch kritische Stimmen. Einer der Aktionäre kritisierte, bei der rund 100 Millionen Euro teuren Aufspaltung handele es sich um ein "ökonomisches Nullsummenspiel", von dem nur Berater und Führungskräfte profitierten.

Metro schrumpft seit Jahren. Immer wieder wurden große Konzernteile verkauft - wie die Warenhäuser Galeria Kaufhof oder das Auslandsgeschäft der Supermarktkette Real. Metro verlor daher den inoffiziellen Titel des größten deutschen Handelskonzerns und musste den Platz in der höchsten Börsenliga, dem Dax, räumen. Die Aufspaltung soll nun neuen Schwung bringen.

Die neue Metro kommt den Planungen zufolge künftig auf einen Umsatz von rund 37 Milliarden Euro, führen wird sie der jetzige Konzernchef Olaf Koch. Media-Saturn-Chef Pieter Haas soll Ceconomy leiten. Metro erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/16 einen Erlös von rund 22 Milliarden Euro.

dpa

Informationen zur Metro-Hauptversammlung

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