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Metro-Tochter Kaufhof kurz vor dem Verkauf?

Düsseldorf - Die Warenhauskette Kaufhof könnte einen neuen Eigentümer bekommen. Der Handelskonzern Metro hat bereits mehrere Interessenten in die Bücher seiner Konzerntochter schauen lassen. 

“Die Interessenten sind mit ihren Einblick in unseren Datenräumen im wesentlichen fertig“, sagte ein Metro-Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Dem Vernehmen nach sind die potenziellen Investoren für Kaufhof gebeten worden, bis zum 7. Juni zu signalisieren, wie ernsthaft das Interesse ist und wie es mit der Übernahme-Finanzierung aussieht. Der Termin sei aber keine harte Frist zur Abgabe eines Angebotes. Zuvor hatte die “Lebensmittel Zeitung“ berichtet, dass die potenziellen Investoren für Kaufhof bis zum 7. Juni Angebote vorlegen sollen und an diesem Tag die Bieterfrist endet.

Nach Informationen der Zeitung sind unter anderem die Finanzinvestoren Permira , Apollo und Blackstone im Rennen um die Warenhauskette. Die Goldsmith-Gruppe um Clemens Vedder hatte am vergangenen Mittwoch bekanntgeben, dass sie sich aus dem Bieterverfahren verabschiede. Metro-Konzernchef Cordes hatte Anfang Mai erklärt, ein angemessener Preis für Galeria Kaufhof liege derzeit bei zwei bis drei Milliarden Euro. Wann es zum Verkauf komme, hänge vor allem von den Finanzierungsmöglichkeiten für potenzielle Investoren an den Kapitalmärkten ab.

Größter “Schatz“ des Kaufhofs sind die Immobilien, von denen sich etwa die Hälfte im Metro-Besitz befinden. Cordes hatte die Kölner Konzerntochter, die 140 Warenhäuser in Deutschland und Belgien betreibt und 25 000 Mitarbeiter beschäftigt, schon 2008 auf die Verkaufsliste gesetzt. Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern haben die Interessenten für Kaufhof auch die insolvente Warenhauskette Karstadt im Blick.

Bereits vor einem Jahr, als sich die Lage bei Karstadt zuspitzte, wurde über ein Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof in einer Deutschen Warenhaus AG diskutiert. Die Metro hatte aber damals und auch später nur Interesse an einem Teil der 90 Karstadt-Warenhäuser signalisiert. Der Vorstand der Karstadt-Mutter Arcandor und später auch der Insolvenzverwalter wollten Karstadt aber nicht aufteilen. Wenn Interessenten demnächst für den Kaufhof Angebote vorlegen, hat Cordes nach Ansicht der Beobachter Optionen in verschiedene Richtungen: Er könnte Kaufhof direkt an einen Investor verkaufen oder mit ihm zusammen auf einen neuen Karstadt-Eigentümer zugehen, um doch noch Kaufhof- und Karstadt-Filialen unter ein Dach zu bringen.

Dem Karstadt-Bieter Highstreet, an dem Goldman Sachs beteiligt ist, werden in der Handelsbranche gute Kontakte zu Cordes nachgesagt. Highstreet ist auch Vermieter der meisten Karstadt-Filialen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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