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Wende bei Real: Nach einer monatelangen Hängepartie will der Handelskonzern Metro die Supermarktkette an ein Konsortium um den Investor X-Bricks verkaufen. Foto: Oliver Berg/dpa

Deutlich verbessertes Angebot

Metro will Real an X-Bricks-Konsortium verkaufen

Lange Zeit müht sich Metro, seine Real-Supermärkte an den Immobilienkonzern Redos und Partner zu verkaufen. Nun kommt es wahrscheinlich anders.

Düsseldorf (dpa) - Der Verkauf der Supermarktkette Real mit ihren rund 37.000 Mitarbeitern wird immer mehr zur Hängepartie. Der Handelskonzern Metro hat die Verkaufsverhandlungen mit dem Immobilienkonzern Redos gestoppt.

Metro will jetzt mit einem Konsortium um den Investor X-Bricks ins Geschäft kommen. Die Unterzeichnung eines Kaufvertrags werde bis zum 30. Januar kommenden Jahres angestrebt, teilte Metro am Donnerstag mit.

Metro hatte die schwächelnde Supermarktkette mit vielen großen Geschäften auf der grünen Wiese bereits im September 2018 zum Verkauf gestellt. Doch die Käufersuche gestaltete sich schwierig. Die Verhandlungen mit Redos zogen sich seit Mai hin.

X-Bricks und die SCP Group wollen Real als Ganzes übernehmen - einschließlich des Online-Marktplatzes und der 80 im Eigentum der Metro befindlichen Immobilien. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler abgegeben werden. Dies soll aber unabhängig von dem Verkauf von Real an das Konsortium erfolgen.

Ein Teil der Real-Märkte soll weitergeführt, einige Standorte sollen geschlossen werden. Metro könnten nach dem momentanen Verhandlungsstand durch den Verkauf etwa 500 Millionen Euro netto zufließen, so der Konzern.

Was ein Verkauf an zu X-Bricks für die Real-Beschäftigten bedeuten könnte, ist noch unklar. Von Metro hieß es lediglich, es sei Ziel, die Händler vertraglich zur Übernahme der Real-Mitarbeiter zu verpflichten.

Die Gewerkschaft Verdi forderte Sicherheiten für die Arbeitnehmer. Man werde "jedem infrage kommenden Käufer klar machen, dass es hier nicht nur um Immobilien geht, sondern um die Existenz von 34 000 Menschen und ihren Familien", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die Forderungen der Gewerkschaft änderten sich bei einem neuen Kaufinteressenten nicht. "Wir wollen eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze, den Schutz der Verdi-Tarifverträge, Sicherheit für die Beschäftigten durch die gewählten Betriebsräte und keine Ausgliederung an selbständige Kaufleute."

Auch Redos wollte den Großteil der Real-Standorte an Wettbewerber weitergeben. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka wollte 87 Filialen übernehmen. Das Bundeskartellamt hatte Ende November eine vertiefte Prüfung dieses Teils des Kaufs angekündigt. Edeka wollte sich "aus Wettbewerbsgründen" nicht zur Entscheidung von Metro äußern, die Verhandlungen mit Redos abzubrechen. Ein Redos-Sprecher sagte der "Wirtschaftswoche", man sei weiter überzeugt, dass das mit Metro verhandelte Konzept stimme und umgesetzt werden könne: "Wir werden den Prozess beobachten und bleiben gesprächsbereit."

X-Bricks investiert nach eigenen Angaben in Immobilien wie Supermärkte, Discounter oder Fachmarktzentren. Mieter sind große Einzelhandelsketten wie Kaufland, Rewe, Lidl oder Aldi.

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