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Metzgermeister Georg Schlagbauer, 42, ist neuer Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

Münchner Metzgermeister ist neuer Handwerker-Chef

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München - Der Münchner Metzgermeister und CSU-Stadtrat Georg Schlagbauer ist neuer Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Im Interview mit dem Münchner Merkur sprach er über seine Ziele oberster Handwerker.

Mit großer Mehrheit hat die Vollversammlung der Handwerker Georg Schlagbauer (42) zum neuen Präsidenten der Handwerkskammer (HWK) für München und Oberbayern gewählt. Der Münchner Metzgermeister tritt damit die Nachfolge von Heinrich Traublinger an, der 20 Jahre lang die Geschicke von Deutschlands größter HWK lenkte.

Herr Schlagbauer, wie Ihr Vorgänger sind auch Sie politisch aktiv. Sie sitzen seit 2008 für die CSU im Stadtrat. Daneben sind Sie Landesinnungsmeister für das bayerische Fleischerhandwerk und jetzt auch noch HWK-Präsident. Haben Sie da überhaupt noch Zeit für Ihre Arbeit als Metzgermeister?

Ja – und zwar weil wir sehr früh anfangen, ähnlich wie die Bäcker. Man trifft mich nach wie vor in meiner Metzgerei an. Ich finde, dass mein politisches und mein handwerkliches Engagement eine gute Verknüpfung darstellen, um für das Handwerk das Beste rauszuholen. Wir brauchen diese Art der Vernetzung, um Türen zu öffnen.

Welche Ziele haben Sie als oberbayerischer Handwerkskammerpräsident?

Jetzt muss ich mich erst einmal einarbeiten. Dann gibt es eine Reihe von alten und neuen Themen, die wir in den nächsten Monaten bespielen müssen: Meistervorbehalt, Gewerbeflächen, Fachkräfte- und Nachwuchsmangel.

Gibt es ein Thema, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Ja, der Nachwuchs- und Fachkräftemangel. Wir erleben es zur Zeit oft, dass Betriebe Aufträge nicht ausführen können, weil sie nicht genügend Leute haben. Dadurch kommt es zu Wartezeiten. Wir müssen uns im Handwerk noch stärker dafür einsetzen, dass junge Menschen einen Handwerksberuf ergreifen.

Hat das Handwerk ein Imageproblem?

Georg Schlagbauer, 42, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er sitzt seit 2008 für die CSU im Münchner Stadtrat, wo er seit Mai als „Wiesn-Stadtrat“ auch für das Oktoberfest zuständig ist. Schlagbauer absolvierte nach Gymnasium und Bundeswehr 1992 die Gesellenprüfung im Metzgerhandwerk und legte 1995 die Meisterprüfung ab. Seit 1999 ist er in der dritten Generation im Metzgerhandwerk selbstständig. Die Metzgerei „Schlagbauer“ hat zwei Filialen – am Viktualienmarkt und in der Isarvorstadt.

Ein Imageproblem haben wir nur in einigen wenigen Gewerken – da müssen wir daran arbeiten. Viel wichtiger ist aber, den jungen Leuten zu zeigen, was man aus einer Handwerksausbildung alles machen kann: vom normalen Gesellen über die Selbstständigkeit bis hin zum Studium ist alles möglich. Wenn man bedenkt, dass 50 Prozent der Handwerksunternehmen in der Familie übergeben werden, bleiben 50 Prozent, die auf dem freien Markt sind. Da habe ich als Handwerker gute Möglichkeiten, etwas aus mir zu machen. Die Vermittlung all dieser Möglichkeiten ist in der Vergangenheit ein bisschen aus dem Fokus gerutscht.

Ihr Vorgänger hat hier viel bewirkt. Er hat sich lange – und schließlich erfolgreich dafür stark gemacht, dass man als Meister an der Universität studieren kann.

Ich weiß, ich trete in große Fußstapfen. Aber man kann sich in alles einarbeiten. Die Handwerkskammer ist hervorragend aufgestellt. Wo Herr Traublinger aufgehört hat, kann ich anknüpfen.

Interview: Manuela Dollinger

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