+
US-Dokumentarfilmer Michael Moore sucht in seinem neuesten Film die Gründe für die Weltwirtschaftskrise.

Michael Moore: Kapitalismus ist tot 

Düsseldorf - US-Filmemacher Filmemacher Michael Moore rechnet mit dem amerikanischen Modell des Kapitalismus ab.

Vor dem Start seines neuen Films “Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“, der am 12. November in die deutschen Kinos kommt, sagt er im Gespräch mit der WirtschaftsWoche, der amerikanische Kapitalismus sei längst das Gegenteil von Demokratie und habe moderne Lohnsklaven geschaffen. Die Idee des Kapitalismus sei tot. “Genauer gesagt, die Vorstellung eines freien Markts existiert nicht mehr. Aber ich glaube nicht, dass wir das Rad noch zurückdrehen können.“

Er fuhr fort: “Demokratie ist ein System, das allen nutzen soll. Vom Kapitalismus dagegen profitiert eine winzige Minderheit zulasten des Großteils der Bevölkerung, der keinerlei Kontrolle über die Strukturen der Wirtschaft hat.“ Amerikanische Unternehmen wünschten sich nicht mehr Kapitalismus, sondern sowjetische Verhältnisse in der Wirtschaft, kritisierte der Filmemacher (“Bowling for Colombine“): “Eine Investmentfirma, eine Zeitung, einen Automobilhersteller. Sie wollen nicht nach den Regeln des Marktes spielen.“ Sobald es ihnen schlecht gehe, verlangten sie Staatshilfen.

„Die republikanischen Regierungen haben den Bildungsetat zusammengestrichen, um eine Nation von Idioten zu schaffen, die sich leicht manipulieren lassen“, sagte Moore. „Die amerikanischen Verhältnisse sind ein Menetekel für den Rest der Welt. Ahmen Sie nur nicht Amerika nach. Sonst werden Sie immer mehr Gewalt und mehr Idioten bekommen.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA wollen China Käufe von Technologiefirmen verbieten
US-Präsident Donald Trump dreht im Handelsstreit mit China weiter an der Eskalationsschraube. Nach Strafzöllen könnten nun weitere Hürden folgen.
USA wollen China Käufe von Technologiefirmen verbieten
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Wegen möglicher Gesundheitsrisiken hat ein Lebensmittelhersteller mehrere seiner Produkte zurückgerufen. Wegen überschrittener Grenzwerte können sie Sehstörungen …
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Saarland will Standort von Tesla-Fabrik werden
Saarbrücken (dpa) - Das Saarland bringt sich als Fabrik-Standort für den Elektroauto-Hersteller Tesla ins Gespräch.
Saarland will Standort von Tesla-Fabrik werden
Abschied vom Anschreiben? Firmen vereinfachen die Bewerbung
Wer einen Job sucht, hängt meist eine ganze Weile am Bewerbungsschreiben. Selbst was ausdenken oder kopieren? Manche Unternehmen verabschieden sich davon nun.
Abschied vom Anschreiben? Firmen vereinfachen die Bewerbung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.