Microsoft öffnet Schatzkammer

- Redmond - Microsoft öffnet seine Schatzkammern: Sage und schreibe 75 Milliarden Dollar (60 Milliarden Euro) will der US-Software-Gigant in den nächsten vier Jahren an seine Aktionäre ausschütten. Nachdem ein Ende der Rechtsstreitigkeiten absehbar geworden sei, fühle man sich nun frei, einen Teil des Vermögens an die Anteilseigner zu verteilen, erklärte der Konzern am Firmensitz Redmond. Es handelt sich um die mit Abstand größte Zahlung, die je ein Unternehmen an die eigenen Aktionäre gemacht hat.

<P>Der Fast-Monopolist hat allein an Bar-Reserven mindestens 56 Milliarden Dollar gehortet. Der Aktienkurs von Microsoft hat sich in den vergangenen Jahren kaum bewegt. Um ihn in Schwung zu bringen, wurden in letzter Zeit immer öfter Forderungen an die Konzernspitze gerichtet, etwas mit dem Bargeld anzufangen.<BR><BR>Die gigantische Summe soll zum Teil als Dividende ausgeschüttet und zum Teil für den Rückkauf von Aktien ausgegeben werden, wie das Unternehmen mitteilte. Geplant sei eine einmalige Ausschüttung von drei Dollar pro Aktie sowie eine Verdoppelung der jährlichen Dividende auf 32 US-Cent. Zudem will der Software-Gigant in den kommenden vier Jahren Aktien im Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar zurückkaufen.<BR><BR>Microsoft-Gründer Bill Gates, der aus der einmaligen Dividendenausschüttung rund 3 Milliarden Dollar erhalten wird, kündigte an, den Geldsegen für seine Wohltätigkeitsstiftung zu spenden. Vorstandschef Steve Ballmer erklärte: "Wir werden weiterhin bedeutende Investitionen in alle unsere Geschäftszweige tätigen und unsere führende Stellung bei Innovationen erhalten, aber wir können jetzt außerdem über vier Jahre bis zu 75 Milliarden Dollar den Aktionären zur Verfügung stellen."<BR><BR>Der Kurs der Microsoft-Aktien schoss nach der Ankündigung, die erst nach Handelsschluss an der Wall Street erfolgte, im nachbörslichen Handel um 5 Prozent auf 29,91 Dollar in die Höhe.<BR><BR>Microsoft will zukünftig eine Quartalsdividende von acht Cent je Aktie zahlen. Dies läuft auf Jahresbasis auf eine Dividende von 32 Cent je Aktie oder eine Verdoppelung der jetzigen Jahresdividende von 16 Cent je Aktie hinaus. Damit will Microsoft künftig 3,5 Milliarden Dollar pro Jahr ausschütten. Die Zahlung der Sonderdividende hänge davon ab, dass die Aktionäre Änderungen des Mitarbeiter-Aktienplans billigen, um die Microsoft-Bediensteten nicht zu benachteiligen.<BR><BR>Microsoft-Chef Steve Ballmer begründete die Zahlungen damit, dass die Gesellschaft ihre Rechtsprobleme in den USA weitgehend hinter sich gebracht habe. Die EU hat Microsoft in einem Kartellfall mit 497,2 Millionen Euro bestraft. Microsoft hat Berufung eingelegt. Microsoft hatte sich mit Sun Microsystems für 1,6 Milliarden Dollar verglichen und hatte auch andere wichtige US-Rechtsstreitigkeiten durch Vergleiche beigelegt.<BR><BR>Der Microsoft-Scheck hat zugleich Sun Micro wieder in die schwarzen Zahlen zurückgebracht. Der Gewinn des vierten Quartals belief sich auf 795 Millionen Dollar nach 1,04 Milliarden Verlust im Vorjahresquartal.<BR></P><P><BR> </P>

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