Microsoft stellt sich neu auf

- Redmond - Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft will sich mit einer Umstrukturierung gegen die wachsende Konkurrenz etwa von Google oder Yahoo! rüsten. Das Unternehmen bildet drei neue Geschäftseinheiten, denen jeweils ein eigener Vorstand (President) zugeordnet wird, wurde am Dienstag (Ortszeit) in Redmond (USBundesstaat Washington) mitgeteilt. Experten sehen in dem Schritt auch den Versuch, das Abwandern wichtiger Entscheidungsträger und Programmiertalente bei Microsoft einzudämmen.

Microsoft-Vorstandschef Steve Ballmer sagte, der Schritt solle das Unternehmen flexibler machen und Entscheidungsvorgänge beschleunigen. Zudem könne Microsoft mit der neuen Struktur besser auf Kundenwünsche reagieren. Der Softwareriese will seinen Marktanteil zum Beispiel im Bereich Spiele-Software oder Internet-Suchmaschinen ausbauen, um weiter zu wachsen.

Der Geschäftsbereich "Products & Services" wird künftig unter anderem für das Windows-Betriebssystem verantwortlich sein. An der Spitze dieser Sparte stehen Jim Allchin und Kevin Johnson. Allchin will Ende nächsten Jahres - sobald das neue "Windows Vista" auf dem Markt ist - in den Ruhestand gehen.

Der Bereich "Business Division", in den unter anderem das Geschäft mit Bürosoftware eingegliedert wird, wird künftig von Jeff Raikes geleitet. Der Bedeutung von Unterhaltungssoftware wird mit der neuen Sparte "Entertainment & Devices" Rechnung getragen. Darin werden die Unterhaltungs-Aktivitäten - wie etwa die Spielekonsole "Xbox" gebündelt. Der Bereich wird von Robbie Bach geleitet.

Zudem wird Eric Rudder in einer neu geschaffenen Position direkt an Microsoft-Chairman Bill Gates berichten. Er sei für die Entwicklung des Unternehmens und die übergreifende Strategie zuständig, hieß es. Er soll das Amt noch in diesem Jahr übernehmen.

Michael Gartenberg, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Jupiter Research, sagte, es sei jetzt noch zu früh, um die Auswirkungen der Umstrukturierung auf die gesamte Strategie von Microsoft beurteilen zu können. "Wir kennen nun die Spieler. Nun müssen wir herausfinden, welchen Spielplan sie verfolgen."

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