Sun Microsystems: Deutsche Mitarbeiter sollen zu Hause arbeiten

- München - Der Stellenabbau beim angeschlagenen US-Computerkonzern Sun Microsystems wird auch die Belegschaft in Deutschland treffen. Sun werde rund 120 der 1650 bundesweiten Stellen streichen, berichtet "Der Spiegel". Zusätzlich sollen außer der Zentrale in München auch fast alle Geschäftsstellen und Vertriebsbüros in Deutschland dichtgemacht werden. Rund zwei Drittel der deutschen Sun-Belegschaft sollen dann als so genannte "iWorker" von zu Hause aus arbeiten. Die Kosten sollen dadurch um neun Prozent sinken.

Mitarbeiter, die nicht genug Platz für ein Arbeitszimmer haben oder in Gegenden wohnen, in denen kein Internet-Anschluss über eine schnelle DSL-Verbindung möglich ist, müssten umziehen, heißt es dem Bericht zufolge bei Sun. Lediglich für Besprechungen mit Kunden wolle der US-Konzern so genannte Drop-In-Center einrichten. "Die muss man sich wie ein Internet-Café´ vorstellen", sagte Marketingchef Donatus Schmid dem Magazin. Bei Sun war am Wochenende niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der US-Konzern hatte vor wenigen Wochen den Abbau von bis zu 5000 der weltweit rund 37 500 Arbeitsplätze angekündigt. Sun war in den vergangenen Jahren gegen Hauptkonkurrenten wie IBM, Hewlett-Packard und Dell sowie Billiganbieter aus Fernost unter Druck geraten. Der Trend hin zu preiswerten Servern, die mit Intel-Chips sowie dem Windows-Betriebssystem von Microsoft oder dem kostenlosen Linux-Betriebssystem operieren, hatte Sun belastet. In dem am 26. März beendeten dritten Geschäftsquartal fielen rote Zahlen von 217 Millionen Dollar an. Vor einem Jahr lag das Minus noch bei 28 Millionen Dollar.

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