Middelhoff übernimmt das Ruder

- Düsseldorf - Beim angeschlagenen Warenhauskonzern KarstadtQuelle übernimmt der bisherige Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff das Ruder. Der Aufsichtsrat beschloss am Donnerstag, seinem Vorsitzenden die operative Führung des Unternehmens zu übertragen.

<P>Erst im Frühjahr vergangenen Jahres war der frühere Chef des Medienriesen Bertelsmann in den Aufsichtsrat von KarstadtQuelle eingetreten und hatte dort den Vorsitz übernommen.</P><P>Der neue Vorstandschef will die Sanierung des angeschlagenen Warenhaus- und Versandhandelskonzern punktgenau umsetzen. Die Abläufe würden vereinfacht und eine schlagkräftige Organisation geschaffen, kündigte der 52-jährige Manager nach der Bekanntgabe seines Wechsels an die Konzernspitze an. Der Vorstand von KarstadtQuelle werde näher an die operativen Geschäfte herangeführt.</P><P>Er sei nicht als Finanzinvestor gekommen, sondern als Vorstandsvorsitzender, der die Geschäfte und den Umsatz von KarstadtQuelle beleben wolle. Dabei gehe es auch um die Sicherung von 100 000 Arbeitsplätzen. Eine weitergehende Aufspaltung des Konzerns sei nicht das Ziel. Der frühere Chef des Medienriesen Bertelsmann war seit rund einem Jahr Vorsitzender des Aufsichtsrates von KarstadtQuelle.</P><P>Nach dem Rücktritt von Christoph Achenbach war der Posten des Vorstandsvorsitzenden bei KarstadtQuelle mehr als einen Monat lang unbesetzt gewesen. Finanzchef Harald Pinger hatte in dieser Zeit die Leitung des Konzerns übernommen. Er wird neben seinem jetzigen Posten als Finanzvorstand nach Konzernangaben nun zusätzlich den Versandhandel leiten. Der bisherige Versandchef Arwed Fischer wird abgelöst und verlässt den Konzern. Den Posten von Middelhoff im Aufsichtsrat wird der ehemalige Linde-Manager Hero Brahms übernehmen.</P><P>Im Zuge der anhaltenden Konsumflaute in Deutschland war KarstadtQuelle in eine Existenz bedrohende Krise geraten. Im ersten Quartal 2005 war das Ergebnis vor Steuern mit 154 Millionen Euro weiter in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz verringerte sich um 8,4 Prozent auf unter 3 Milliarden Euro. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der damalige Vorstand einen harten Sanierungskurs angekündigt. Dieser sieht unter anderem die Abgabe von Fachmärkten und kleinen Warenhäusern vor.</P><P>Der promovierte Betriebswirt und frühere Bertelsmann-Chef Middelhoff gilt nicht als Handelsprofi. Der 52 Jahre alte Manager ist hauptamtlich als Partner der der Londoner Private- Equity-Gesellschaft "Investcorp" tätig. Er soll laut "FAZ" ein enger Vertrauter der Karstadt-Großaktionärin Madeleine Schickedanz sein. Unmittelbar nach Achenbachs Abgang war eine stärkere Rolle Middelhoffs im operativen Geschäft dementiert worden.</P>

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