Miete, Arbeit, Darlehen: So zahlen sich Verträge mit Angehörigen aus

- Miet-, Arbeits-, oder Darlehensverträge zwischen nahen Angehörigen sind nicht nur praktisch, sondern meist auch lohnend, schonen sie bei richtiger Ausgestaltung doch die Familienkasse. Um die lukrativen Steuervorteile optimal zu nutzen, sind jedoch einige wichtige Kriterien zu erfüllen.

<P>So unterliegen Verträge mit Angehörigen immer dem Fremdvergleich. Das bedeutet, die Ausgestaltung und die Durchführung der Vereinbarungen muss dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Alle Vereinbarungen müssen auch in die Realität umgesetzt werden. Bei einer Vermietung sind das laufende Mietüberweisungen, bei einem Arbeitsverhältnis die üblichen Lohn- und Sozialabgabenzahlungen oder bei einem Darlehensnehmer die tatsächliche Tilgung und die Zinszahlungen für den Kredit. Gerade bei der finanziellen Abwicklung prüfen die Finanzbehörden sehr genau, ob die Abläufe wie mit einem Fremden stattfinden.<BR><BR>Mietverträge</P><P>Das verbilligte Vermieten von Wohnraum an Verwandte lohnt sich doppelt - man spart auf der einen Seite Steuern und auf der anderen Mietkosten. Erwirbt der Vater eine Eigentumswohnung und vermietet diese an seinen studierenden Sprössling, profitieren somit beide. Der Mietvertrag muss jedoch die üblichen Angaben wie Mietobjekt, Dauer des Mietverhältnisses, Mietzins und Betriebskosten sowie Kündigungsfristen enthalten. Mit einem im Handel erhältlichen offiziellen Mustermietvertrag ist man auf der sicheren Seite.<BR><BR>Das Mietverhältnis muss wie vereinbart durchgeführt werden und Mietzins sowie Nebenkosten müssen tatsächlich aus den Mitteln des Mieters fließen. Auch die Höhe der Miete ist entscheidend. Ab 2004 gelten neue Kriterien. "Beträgt die Miete weniger als 75 Prozent der üblichen Marktmiete, sind die mit der verbilligten Vermietung zusammenhängenden Werbungskosten nicht mehr generell in voller Höhe abziehbar", warnt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher.</P><P> Wie das Finanzministerium bestätigt, ist von den Finanzämtern die Einkünfteerzielungsabsicht anhand einer Überschussprognose zu prüfen, wenn die Miete nur zwischen 56 und 75 Prozent der ortsüblichen Marktmiete liegt. Wer nicht in die Steuerfalle tappen will, muss gegebenenfalls die Miete für seine Angehörigen anheben oder mit einer genauen Überschussprognoserechnung nachweisen, dass binnen 30 Jahren seine zukünftig zu erwartenden Mieteinnahmen insgesamt höher ausfallen als alle entsprechenden Werbungskosten in den einzelnen Jahren.<BR><BR>Arbeitsverträge</P><P>Deutlicher Vorteil - die Gehaltszahlungen bleiben in der Familie. Wer als Selbstständiger seinen Ehepartner anstellt, mindert mit seinen diesbezüglichen Ausgaben den steuerpflichtigen Gewinn und somit auch die Einkommensteuer. Beim angestellten Partner auf Lohnsteuerkarte fallen zwar auch Steuern an, doch insgesamt bleibt unterm Strich ein Plus. Weiterer Vorteil: 920 Euro sind garantiert jährlich steuerfrei, der Arbeitnehmer-Pauschbetrag macht es möglich. Zudem sind weitere steuer- und abgabenfreie Extras wie Kindergartenplatz, Beihilfen oder Fahrtkostenersatz möglich.<BR><BR>Darlehensverträge</P><P>Auch dabei müssen alle Konditionen denen zwischen Fremden entsprechen und es muss ein wirtschaftlicher Grund für das Darlehen vorliegen. Hier können Familienangehörige beispielsweise Sparerfreibeträge (Singles 1421 Euro / Verheiratete 2842) nutzen. Gewährt ein Ehegatte seinem selbständig tätigen Partner ein Darlehen für dessen Betrieb, kann dieser die Zinsen als Betriebsausgaben abziehen und so den steuerpflichtigen Gewinn mindern. Und beim Darlehensgeber sind die Zinsen bis zu einer Höhe von 2842 Euro steuerfrei, solange keine weiteren steuerpflichtigen Kapitaleinkünfte vorliegen.<BR></P>

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