Die Mieten in München steigen weiter

- Eine starke Erhöhung der Mieten bahnt sich in München an weil ­ wie in den 90er-Jahren ­ Mietwohnungen wieder Mangelware sind. Vier Verbände der Immobilienwirtschaft wollen die Politik auf diese Entwicklung aufmerksam machen und für eine neue Wohnungsbauförderung gewinnen.

München ­- Hauptursache für die Steigerungen ist ganz einfach der Mangel an Mietwohnungen. 10\x0f000 Menschen ziehen jährlich nach München, nur 4000 bis 5000 Wohnungen werden gebaut und in die ziehen zu 95 Prozent die Käufer.

Der Makler Johannes Schneider sieht bei den Mieten bereits seit einem Jahr wieder einen Trend nach oben. Josef Kastenberger beobachtet als Bauträger, dass sich für gute Wohnungen in guten Lagen bereits wieder 50 Interessenten bei der Besichtigung drängeln. Und Rudolf Stürzer vom Verband Haus und Grund bekommt nach eigener Aussage jeden Tag von seinen Hausbesitzern rund 20 Hilfeersuchen, die Mieterhöhungen juristisch abzusichern. Xaver Kroner von den gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften beobachtet, dass neue Belastungen weitergegeben werden können. Die Münchner Mieterhöhungen würden binnen kurzer Zeit auf das Umland "überschwappen".

Die Ursache für die kommenden Mietpreissteigerungen liegt nach übereinstimmender Auffassung der vier wohnungswirtschaftlichen Verbände in einem eklatanten Mietwohnungsmangel. In München wohnen grade 23 Prozent in den eigenen vier Wänden, sei es ein Haus oder eine Eigentumswohnung. "Es sind keine Investoren für neue Mietwohnungen zu finden", klagt Kastenberger. Die Wohnungsverkäufe an Ausländer ­ es gibt Häuser, die schon zum dritten Mal weitergereicht wurden ­ wolle er nicht verteufeln. Er wisse aber, dass die ausländischen Investoren schon Wege finden würden, ihre geplante Rendite über Mieterhöhungen zu erreichen.

Die Bundesregierung hat mit dem Wegfall der degressiven Abschreibung das Angebot an Mietwohnungen verknappt. Zudem klagen die Hauseigentümer über weitere Lasten. Allein der Energiepass kostet die gemeinnützigen Wohnungsunternehmen in Bayern 50 Millionen Euro. "Es profitieren nur die Aussteller der Energiepässe", meint Kroner. Noch einmal 200 Millionen Euro kämen auf die Wohnungsgesellschaften zu, weil sie nach dem jüngsten Steueränderungsgesetz mit Großunternehmen in einen Topf geworfen werden und Zinsen nicht mehr vollständig als Betriebsausgaben absetzen dürfen. Die Immobilienverbände fordern zum Wiederankurbeln des Mietwohnungsbaus die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung und Erhöhung der linearen Abschreibung auf wenigstens drei Prozent.

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