Mieten in München ziehen wieder an

- München -­ Die Mieten in München sind innerhalb eines Jahres um sieben Prozent gestiegen. Der aktuelle Marktbericht des Immobilienverbandes Süd (IVD) weist aus, dass unabhängig vom Alter des Objektes bei gutem Wohnwert die Steigerungen zwischen 6,0 und 7,6 Prozent lagen. Am kräftigsten hat der Markt bei Bauten vor 1950 mit 7,6 Prozent und am geringsten mit 6,0 Prozent bei den Nachkriegswohnungen angezogen. IVD-Vorsitzender Johannes Schneider erwartet jedoch nicht, dass 2007 die Mietpreise in demselben Tempo wachsen.

Die Höchstmieten des Jahres 2002 von bis zu 13,50 Euro für den Erstbezug dürften aber bald gestreift werden. Die Höhe der Steigerung hänge von der konjunkturellen Entwicklung ab, so der Makler-Chef.

Die Kaltmieten für Münchner Altbauwohnungen liegen jetzt wieder bei 11,30 Euro, nachdem sie im Frühjahr 2002 bei 11,80 Euro waren. Für Bestandsobjekte werden bei gutem Wohnwert 10,60 Euro gefordert und bezahlt, im Frühjahr 2002 waren es noch 12 Euro gewesen. Beim Erstbezug liegt jetzt der Durchschnitt bei 11,80 Euro, im Frühjahr 2002 waren es noch 13,50 Euro. Ein neues Reihenhaus ist inzwischen bei einer Miete von 1510 Euro angekommen, eine ältere Doppelhaushälfte ist mit 1675 Euro noch teurer.

München ist bei weitem nicht der teuerste Ort Oberbayerns. Für Altbauwohnungen werden in Feldkirchen sogar 13,50 Euro ausgewiesen. Mit 11 Euro ist es in Planegg und in Starnberg nur wenig günstiger. Gräfelfing liegt bei 10,80 Euro, Graf-rath, Neuried, Gauting, Krailling und Tutzing überschreiten mit 10,50 Euro deutlich die Zehn-Euro-Schwelle. Bei Bestandswohnungen liegt nur Starnberg mit 11,10 Euro über München. Beim Erstbezug sind wieder zwei Orte, Starnberg mit 13,10 Euro und Feldkirchen mit 12,00 Euro über dem Münchner Niveau. Doppelhaushälften kosten in Tutzing 1800 Euro und in Feldkirchen 1750 Euro.

Die Makler verspüren in ihrem Vermietungsgeschäft eine eindeutige Trendwende. "Es gibt bei Wohnungsbesichtigungen keine Schlangen", sagte Schneider, "aber mehr Interessenten." Wohnungen seien schneller zu vermieten. Während im letzten Jahr "Vermarktungsfristen" von drei Monaten üblich gewesen sein, könne der Makler heute wieder in einem Monat zum Vertragabschluss kommen und häufig gingen die Wohnungen ohne Leerstand vom Alt- auf den Neumieter über.

IVD-Marktforscher Stephan Kippes kommentiert, dass diese Entwicklung für den Investor erfreulich, für den Mieter weniger erfreulich sei. Es müsse aber berücksichtigt werden, dass die Mieten fünf Jahre rückläufig gewesen seien. Der Mieter habe nur nichts davon gespürt, weil die Rückgänge bei der Kaltmiete von den Erhöhungen der Nebenkosten aufgefressen worden seien.

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