Wie man mit Mietnebenkosten die Steuerlast senken kann

Erstmals im Jahr 2006: - Mieter können Geld vom Finanzamt zurückholen: Der Staat erkennt erstmals für 2006 einen Teil ihrer Nebenkosten an. Zahlungen für Arbeiten wie die des Hausmeisters, Gärtners oder Heizungsmonteurs dürfen jetzt in die Steuererklärung fürs vergangene Jahr aufgenommen werden. Millionen Bürger können so ihre Steuerlast drücken. Ansetzbar sind 20 Prozent der Personalkosten an der "zweiten Miete", die Höchstgrenze liegt bei 600 Euro.

Die Zeit drängt

Wer seine Steuererklärung ohne Steuerberater macht, muss sie bis Ende Mai abgeben. Ist die neue Betriebskostenabrechnung bis dahin noch nicht fertig, bleibt dem Mieter nichts anderes übrig, als seine Kosten auf Basis der letzten Abrechnung zu schätzen. Das sei als Übergangslösung für 2006 ausdrücklich zulässig, heißt es aus dem Finanzministerium.

Das neue Recht

Seit 2006 dürfen bestimmte Handwerkerleistungen zur Renovierung, Modernisierung und Erhaltung der eigenen vier Wände auch von Privatleuten steuerlich abgesetzt werden. Das Finanzamt erkennt es außerdem an, wenn eine offizielle Arbeitskraft, also ein Gärtner, eine Putzkraft, Umzugshilfe oder auch ein Babysitter, beschäftigt wird. Was bislang wenig bekannt ist: Mieter können den Steuervorteil auch dann nutzen, wenn sie die Arbeiten an Wohnung oder Haus gar nicht selbst in Auftrag gegeben haben, sondern der Vermieter oder Hausverwalter.

Was man absetzt

Zu den ansetzbaren Betriebskosten gehören beispielsweise Hausmeistertätigkeiten, Gartenpflege, die Reinigung von Gebäude, Treppenhaus oder Dachrinnen sowie der Winterdienst oder die Gebühren für den Wärmeableser, wie der Deutsche Mieterbund erläutert. Auch die Wartung von Lift, Heizungsanlage, Warmwassergeräten, die Ungezieferbekämpfung oder Schornsteinfegerarbeiten sind typische Kosten, die auf Mieter umgelegt werden.

Absetzbar sind nur Zahlungen fürs Personal, nicht fürs Material. Beispiel Treppenhausreinigung: Der Lohn für die Putzkraft kann anteilig geltend gemacht werden, aber nicht der Kauf der Scheuermilch.

Nachweis nötig

Die bisher übliche Betriebskostenabrechnung, die der Mieter vom Vermieter bekommt, reicht aber als Nachweis fürs Finanzamt nicht aus. Denn für 2006 werden Personal- und Sachkosten noch nicht getrennt aufgelistet. Das werde wohl erst in der nächsten Abrechnung für 2007 umgesetzt sein, sagt Olaf Dube vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW).

Viele Mieter werden also für das Jahr 2006 improvisieren müssen, wollen sie Geld erstattet bekommen. Betroffene könnten zwar den Vermieter um eine schnellere Nebenkostenabrechnung bitten, um den Abgabetermin Ende Mai noch einzuhalten, wie Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund anregt. Oder sie fragen nach einer speziellen Bescheinigung, in der die Personalkosten gesondert ausgewiesen sind. Das dürfte aber nur in Einzelfällen klappen, meint Dube.

Anteil schätzen

Können Vermieter oder Hausverwaltung nicht helfen, bleibt nur, den Anteil der Lohnkosten selbst zu schätzen, wie Mieterverbände raten. Und zwar auf Basis der Vorjahres-Betriebskostenabrechnung. Dube wie Ropertz empfehlen, beispielsweise Hausmeisterleistungen zu 100 Prozent in die Steuererklärung einzutragen, Gartenpflegekosten zu 80, Hausreinigung und Winterdienst zu jeweils 90 Prozent. Wer schätzt, müsse das deutlich machen, heißt es bei der Bundessteuerberaterkammer. Fantasielöhne würden nicht akzeptiert. Es herrsche strenge Nachweispflicht.

Was es bringt

Dass sich die Mühe lohnen kann, zeigt eine Beispielrechnung des Mieterbunds: Fallen für ein Zehn-Parteien-Mietshaus 5000 Euro Kosten für die Treppenhausreinigung an - davon 800 Euro Sach- und 4200 Euro Personalkosten ­, wird jeder Haushalt mit 420 Euro für den Lohn der Putzkraft zur Kasse gebeten. 20 Prozent davon sind steuerlich absetzbar. Das macht allein für diesen Posten 84 Euro, um die sich die Einkommensteuer des Mieters vermindert.

Noch mehr sparen

Parallel dazu kann ein Mieter für 2006 bis zu 600 Euro pro Jahr Steuern sparen, wenn er Handwerker beispielsweise mit Teppichverlegen oder Tapezieren in der eigenen Wohnung beauftragt hat. Der Steuervorteil gilt auch hier nur für Arbeitslohn und Fahrtkosten plus Mehrwertsteuer. Unabdingbar ist eine Überweisung, Bares darf nicht geflossen sein.

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