Mietpreise für Büros in München ziehen an

München - In Schwabing werden die Karpfenteiche leergepumpt. Wo sich die Baugruben mit Wasser füllten, weil der Bau von Bürohäusern wegen der zu geringen Zahl von Mietinteressenten gestoppt wurde, ragen jetzt wieder Baukräne in die Höhe. Der "Büroberg" ist abgetragen und die Bauträger wecken alte Projekte wieder auf und hoffen nach Fertigstellung, Unternehmen zu guten Preisen als Mieter zu finden.

"Den Firmen geht es gut, sie stellen wieder ein und brauchen mehr Büroraum", so jedenfalls fasst Johannes Schneider, Vorstandsvorsitzender des Maklerverbandes IVD Süd, zusammen. Auf dem drittgrößten europäischen Büroimmobilienmarkt München mit 21 Millionen Quadratmetern Fläche sei der Leerstand innerhalb eines Jahres von 8,1 auf 6,4 Prozent zurückgegangen. Die Mieten seien "ganz deutlich gestiegen". Einfachbüros kosten mit 7 Euro 6,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Am stärksten war der Anstieg mit 20,7 Prozent auf 10,50 Euro pro Quadratmeter und Monat bei einem mittleren Nutzungswert. Die Mieten mit gutem Nutzungswert wuchsen um 17,8 Prozent auf 18,50 Euro. Luxus ist noch teurer, hier werden auch wieder 25 und 30 Euro bezahlt. Damit sind bei gutem Nutzungswert die Spitzenmieten des Jahres 2001 von 24,50 Euro noch lange nicht erreicht. Schneider schätzt, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die 24,50 Euro wieder angeknabbert werden. In Bayern hat sich im letzten Jahr am Mietpreisniveau für Büros kaum etwas geändert, die Mieten sind eher leicht zurückgegangen.

Bei den Läden hat sich die Schere zwischen einer 1a- und einer 1b-Lage weiter geöffnet. In der Kaufingerstraße z.B. wurde "der absolute Höhepunkt der letzten zehn Jahre" erreicht, die Mieten stiegen für ein kleines Geschäft mit 60 Quadratmetern innerhalb eines Jahres von 220 auf 240 Euro. In der 1b-Lage wie zum Beispiel in der Sonnenstraße konnte nur eine Steigerung um 80 Cent auf 17,50 Euro erzielt werden.

Schneider erwartet, dass bei guter Konjunktur sich die Büromieten weiter auf dem Aufwärtspfad bewegen. Die Neubauten aus den ausgetrockneten Karpfenteichen brauchen ein bis zwei Jahre, bis sie zur Vermietung anstehen. Wie viel an Neubauten fehle, zeige sich daran, dass im letzten Jahr 75 Prozent der Verträge Weitervermietungen waren, nur 25 Prozent der Gebäude seien zum ersten Mal bezogen worden.

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