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Strandflitzer sind während der Ferienzeiten besonders gefragt. Um im Urlaub sicher einen bezahlbaren Mietwagen zu bekommen, lohnt es sich, vorab zu buchen.

Mietwagen knapp und klapprig

München - Wer im Urlaub mobil sein will, sollte sich frühzeitig um ein Auto kümmern. Denn Mietwagen sind Mangelware – zumindest während der Ferienzeit an beliebten Reisezielen. Der Markt hat sich gewandelt: die Preise steigen, die Sicherheit sinkt.

Ostern steht vor der Tür und damit für viele Familien der erste größere Urlaubstrip in diesem Jahr mit Sonne, Strand und Meer. Ob mit oder ohne Mietwagen hängt nicht nur vom Reisebudget ab, sondern auch davon, ob der Wagen schon vorab gebucht worden ist. Denn Mietwagen sind Mangelware und sie kosten mehr als in den vergangenen Jahren.

Preise schwanken mehr denn je

„Vor drei Jahren gab es für rund 150 Euro auf Mallorca einen Wagen für eine Woche“, sagt Kai Sannwald, Geschäftsführer von Sunny Cars. In diesem Jahr müsse man locker mit 180 Euro rechnen. Wer spontan am Urlaubsort bucht, könne mitunter auf ein Vielfaches kommen. „Die Preise sind definitiv gestiegen und schwanken extrem“, sagt der Münchner Unternehmer, der Mietwagen in über 90 Länder an Vertragspartner vermittelt. Bei Deutschlands größtem Autovermieter Sixt teilt man diese Einschätzung nicht. „Wir können nicht bestätigen, dass es grundsätzlich teurer geworden ist“, sagt Unternehmens-Sprecher Frank Elsner.

Allerdings gibt auch er zu, dass Autovermieter ihre Preise insgesamt flexibler halten – Schwankungen inklusive. „Das ergibt sich aus Angebot und Nachfrage“, sagt Elsner. Früher habe es in Urlaubsländern tendenziell ein Überangebot gegeben, erklärt Sannwald. Preise, die im November ausgehandelt worden waren, seien während der Saison eher gesunken – „aber nie gestiegen“, betont er. Das sei nun anders. „Der Markt hat sich gedreht.“

Schließlich ist das Angebot massiv gesunken. Allein in Spanien gebe es nun 30 Prozent weniger Mietautos. „Auf Mallorca wurden im Frühjahr 2009 nur 80 Autos neu zugelassen“, sagt Sannwald. Sonst waren das Größenordnungen zwischen 3000 und 4000. In diesem Jahr sei die Situation ähnlich.

„Es gibt für den Reisezeitraum Ostern schon erste Ausbuchungen für Mietwagen auf Mallorca, und zwar deutlich früher als jemals zuvor“, sagt Sannwald. Für die Sommermonate rechnet er auch für Portugal, Italien, Griechenland und Frankreich mit großen Engpässen. „In diesen beliebten Urlaubszielen stellt sich die Marktsituation ähnlich dar. Sobald die Nachfrage steigt, wird das Ferienauto auch dort zur Mangelware.“ Damit niemand ohne fahrbaren Untersatz strandet, sei es sinnvoll frühzeitig zu buchen, betont auch Sixt-Sprecher Elsner: „In den Feriendestinationen kann es knapp werden.“

Aber warum gibt es immer weniger Mietwagen? Der Grund ist die Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch vor den Vermietern nicht Halt macht. „Sie können die Fuhrparks nicht aufstocken, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen“, erklärt eine Sprecherin des Internetportals mietwagen-auskunft.de. Aber nicht nur die Banken zeigen sich knausrig, auch die Autobauer stellen ihre aktuellen Modelle nicht mehr zu solch guten Konditionen und in der großen Menge zur Verfügung. „Vor der Krise haben die Hersteller die Autos nach wenigen Monaten wieder zu einem festen Preis zurückgekauft“, sagt Sannwald. Das gebe es heute nicht mehr.

Zustand der Autos kritisch prüfen

Und das hat Auswirkungen für die Urlauber. Denn diese haben nun nicht nur weniger Auswahl, sondern bekommen jetzt Autos, die nicht mehr neuwertig sind. „Ein Opel Corsa mit 50 000 gefahrenen Kilometern hat man früher nicht mehr vermieten können“, sagt Sannwald. Jetzt schon.

Er rät daher allen Kunden, sich die Autos nun noch genauer anzuschauen, bevor man damit losfährt (siehe Kasten). Die Wartung der Wagen könnte unter dem Kostendruck leiden. Problematisch könne es vor allem an Urlaubsorten wie etwa Lanzarote sein, wenn mit den Autos – obwohl im Vertrag ausdrücklich verboten – über Schotterpisten zum nächsten Strand geheizt wird.

Neben dem Zustand der Autos sollten Urlauber vorab die Policen prüfen. Besonders die Höhe der Selbstbeteiligung sei derzeit ein massives Thema, meint Sannwald. Vor der Krise hatte man bereits 300 Euro als zu hoch bewertet, jetzt gehe unter 500 Euro kaum mehr etwas. Es gibt aber auch Komplettangebote, die eine Selbstbeteiligung ausschließen. Vergleichen und hinterfragen lohnt sich mehr denn je.

Stefanie Backs

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