Milchbauern-Protest gegen Abschaffung der Milchquote

Annecy - Im Ringen um die millionenschwere Neuverteilung der EU-Agrarsubventionen haben Europas Milchbauern gegen die geplante Abschaffung der Milchquote protestiert. "Wir brauchen grundsätzlich die Mengenregulierung".

Das sagte die Geschäftsführerin des European Milk Board, Sonja Korspeter, am Sonntag im französischen Annecy am Rande eines dreitägigen Treffens der europäischen Landwirtschaftsminister. Die Runde will bis Dienstag Kompromisse ausloten, wie das geplante Korrekturprogramm der grundlegenden EU-Agrarreform von 2003 bis Ende dieses Jahres unter Dach und Fach gebracht werden kann.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel will den damals begonnen Kurs fortsetzen und die Bauernbeihilfen radikal umverteilen zugunsten von Projekten für die ländliche Entwicklung. Besonders den ostdeutschen Großbetrieben drohen Einbußen von mehr als 400 Millionen Euro. Deutschland macht EU-Diplomaten zufolge ein Entgegenkommen abhängig von Schutzmaßnahmen für den deutschen Milchsektor. Damit sollen die Produzenten fitgemacht werden für das für 2015 vorgesehene Auslaufen der Milchquote, mit der die EU seit 1984 versucht, Überschüsse ("Milchseen") zu vermeiden. Fischer Boel sieht für europäische Milchprodukte besonders in Asien große Absatzchancen.

Bereits von 2009 bis 2013 soll die Milchquote um jährlich ein Prozent erhöht werden. Während Länder wie Polen und die Niederlande sogar eine noch stärkere Anhebung fordern, befürchten die deutschen Milchproduzenten einen zu starken Druck auf die Preise. "Man muss immer genau schauen, wie sich der Markt entwickelt", sagte Korspeter. "Eine automatische Erhöhung darf es nicht geben."

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