Milchindustrie droht Bauern mit Klagen

Essen - Die Milchindustrie hat den seit einer Woche protestierenden Bauern mit Klagen gedroht. "Die Boykotte sind illegal. Und Illegales muss man mit dem Gesetz bekämpfen".

Das sagte Eberhard Hetzner, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes MIV der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ/Dienstagsausgabe). Der Verband werde seinen Mitgliedern empfehlen, juristisch gegen Boykotte vorzugehen. Der Milchindustrie-Verband MIV setzt aber auf weitere Gespräche, um den Konflikt um die Milchpreise zu lösen, sagte Hetzner im Bayerischen Rundfunk, er habe heute Morgen dazu bereits eine Einladung des Milchbauernverbands BDM erhalten. "Allerdings sehe ich im Augenblick noch keine Bewegung, weil wir uns eher erpresst sehen als dass wir auch von der anderen Seite irgendwelche Zugeständnisse gesehen haben."

Hetzner betonte, es gebe eine Reihe von Übereinstimmungen mit dem BDM. Der Liefer-Boykott sei akzeptabel, nicht aber die Sperren vor den Molkereien. Wenn ein Bauer sich entscheide, keine Milch liefern zu wollen, dann sei das seine eigene Entscheidung, "die müssen wir respektieren, ob wir das wollen oder nicht". Wenn aber Molkereien gehindert würden, bei anderen Bauern, die liefern wollen, ihr Milch einzusammeln, dann sei das ungesetzlich.

Die Versorgung des Handels ist nach Angaben von Hetzner nicht in Gefahr, "denn der Handel ist zum Großteil international aufgestellt."

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