Milchpreis-Schock für Bauern -­ Bauernpräsident ruft zu Aldi-Boykott auf

München - Nach dem dramatischen Preisrutsch bei der Milch befürchtet Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU), dass kleine und mittlere Milchviehbetriebe in Existenznot geraten. Auch Gerd Sonnleitner, Präsident des Bayerischen und Deutschen Bauernverbands, sagte, "lange halten das unsere Bauern nicht aus".

Am gestrigen Montag hatten die Discounter Aldi und Lidl sowie der Handelskonzern Rewe trotz heftiger Bauernproteste die Preise für Milchprodukte stark gesenkt. Sonnleitner rief sogar zum Boykott von Aldi auf: "Den Absturz der Milchpreise hat Aldi zum Nachteil aller Bauern in Deutschland verursacht. Deshalb schlagen wir jetzt hart zurück." Das Vorgehen von Aldi habe nichts mehr mit sozialer Marktwirtschaft zu tun, das sei "einseitiger Raubtierkapitalismus. Das ist unmoralisch und schädlich für alle."

In Norddeutschland ist der Milchpreis teils um zehn Cent abgerutscht, dort bekommen manche Bauern nur noch 28 Cent pro Liter Milch. In Bayern liegen die Preise meist noch über 40 Cent, doch dort soll es nach Aussage von Molkerei-Vertretern in den nächsten Tagen ebenfalls nach unten gehen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hatte für diesen Fall angekündigt, keine Milch mehr an Molkereien zu liefern.

Trotz des beispiellosen Preisverfalls bei der Milch rechnen Experten mit weiter steigenden Lebensmittelpreisen in diesem Jahr. "Die Zeit der Preissenkungen ist vorbei", sagte Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig. Auch Milchprodukte könnten im Herbst wieder anziehen.

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