Keine Entwarnung

Milchpreise ziehen an - doch den Bauern hilft das nicht

München - Die im Sommer auf ein Rekordtief gesunkenen Erzeugerpreise für Milch ziehen wieder an. Doch Entwarnung für die Milchbauern bedeutet das nach Angaben von Branchenvertretern keineswegs.

Grund ist, dass die Erlöse der Bauern aus dem Verkauf der Rohmilch nach wie vor nicht ausreichen, um die Produktionskosten zu decken. Derzeit liege der bundesweite Durchschnittspreis pro Kilogramm bei unter 25 Cent, in Bayern gehe es in Richtung 28 Cent, sagte Manfred Nüssel, der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, am Donnerstag in München.

Im Sommer war Spotmilch - so genannte „freie“ Milch, die der Bauer nicht vertraglich bei einer bestimmten Molkerei abliefern muss - zeitweise für Preise von unter 20 Cent exportiert worden. „Wir gehen davon aus, dass wir durch das Tal durch sind“, sagte Nüssel. Im Raiffeisenverband sind die meisten genossenschaftlichen Molkereien Deutschlands organisiert.

Doch die Produktionskosten der Bauern liegen nach allgemeiner Einschätzung in der Branche im Schnitt bei etwa 35 Cent pro Kilo. „Wir stehen mit dem Rücken zu Wand“, sagte Hans Foldenauer, Sprecher des Bundesverbands deutscher Milchviehhalter (BDM). „Und wenn die Wand nicht da wäre, würden wir schon ein Stück weit über dem Abgrund hängen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ausland hat großes Interesse an Hannover Messe
Hannover (dpa) - Die Hannover Messe ist bei ausländischen Besuchern beliebt. In diesem Jahr stieg die Zahl der Gäste aus dem Ausland um rund 10 000 im Vergleich zu 2015 …
Ausland hat großes Interesse an Hannover Messe
Mindestlohn, Telefon, Zigaretten: Das ändert sich ab Mai
Berlin - Monatsanfang: Viele neue Gesetze treten in Kraft, so auch im Mai. Wir zeigen Ihnen, was sich für Verbraucher und Arbeitnehmer ändert.
Mindestlohn, Telefon, Zigaretten: Das ändert sich ab Mai
Britische Wirtschaft verliert überraschend deutlich an Fahrt
Der wichtige Dienstleistungssektor und der Einzelhandel bremsen das Wirtschaftswachstum in Großbritannien. Die britische Regierung sieht das Land trotzdem auf einem …
Britische Wirtschaft verliert überraschend deutlich an Fahrt
Trotz allem: Deutschland wichtigster Handelspartner der Türkei
Ankara - Allen Verwerfungen zum Trotz: Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner der Türkei. Der Tourismus in dem Land ist zuletzt aber eingebrochen.
Trotz allem: Deutschland wichtigster Handelspartner der Türkei

Kommentare