Milde Geber und wilde Nehmer: Wo Spenden richtig ankommen

- Spendensammler haben vor allem im Herbst Konjunktur. Je näher die Weihnachtszeit rückt, desto größer wird bei vielen die Bereitschaft, etwas für den guten Zweck zu geben. Das wissen allerdings nicht nur seriöse Organisationen, sondern auch Betrüger. Wer sichergehen will, dass seine Gabe dort ankommt, wo sie ankommen soll, sollte keinesfalls zu leichtgläubig sein und sich nicht unter Druck setzen lassen.

<P>"Spender sollten sich unbedingt gründlich informieren", rät Bernd Beder vom Deutschen Spendenrat in Bonn. Die vom Spendenrat ausgearbeitete Selbstverpflichtungserklärung haben bisher 55 Organisationen unterzeichnet. Dies soll eine seriöse Verwendung des Spendengelds garantieren. Orientierungshilfe bietet auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin, das Auskunft über rund 2100 Hilfswerke gibt. Gut 170 davon tragen zurzeit das DZI-Spendensiegel. <BR><BR>DZI und Spendenrat können jedoch nicht alle der geschätzt mehr als 12 000 Spendensammler in Deutschland kontrollieren. Erster Prüfstein ist deshalb der Spendenaufruf: "Er sollte konkrete Informationen über das Projekt enthalten, das gefördert werden soll", sagt Tanja Ibrahim vom DZI. Auch ein Hinweis auf die vom Finanzamt anerkannte Gemeinnützigkeit gehöre dazu. <BR><BR>Zur Vorsicht rät Ibrahim bei Werbern, die mit "Drückermethoden" vorgehen. Besonders bei Unterschriften müsse aufgepasst werden: "Unseriöse Organisationen bieten immer wieder Fördermitgliedschaften für zwei Jahre ohne Rücktrittsrecht an." Weil hier das allgemeine Rücktrittsrecht nicht gilt, komme ein Spender aus solchen Vereinbarungen kaum wieder heraus. Seriöse Sammler räumten in der Regel ein Rücktrittsrecht von zwei Wochen ein.<BR><BR>Ein Blick in die Bedingungen lohnt sich auch bei Patenschaften. "Gerade zur Weihnachtszeit werben Spendenorganisationen gerne mit Kinderpatenschaften", sagt Ibrahim. Oftmals erhielten aber nicht das Kind und seine Familie persönlich das Geld, sondern zum Beispiel die Dorfgemeinschaft für ein Schulprojekt. Das sei durchaus sinnvoll, doch die Spendensammler sollten darüber informieren.<BR>Ganz auf Ausgaben für Werbung und Verwaltung kann keine Spendenorganisation auskommen. Beim evangelischen Spendenwerk "Brot für die Welt" in Stuttgart zum Beispiel lag der entsprechende Anteil am Spendenaufkommen im Jahr 2002 laut Sprecherin Ute Dilg bei 9,7 Prozent. Nach Ansicht des DZI sollten diese Ausgaben 35 Prozent nicht übersteigen. Auskunft darüber geben die Jahresberichte. <BR><BR>Spender können auch selbst dazu beitragen, dass möglichst viel beim Empfänger ankommt. So empfiehlt das DZI, Spenden auf wenige Organisationen zu konzentrieren, denn viele kleine Einzelbeträge steigern den Verwaltungsaufwand. Auch Sachspenden sind aus diesem Grund nur begrenzt zu empfehlen: Hilfstransporte sind teuer, und viele Produkte lassen sich vor Ort preisgünstiger kaufen.<BR><BR>@ www.dzi.de<BR>@ www.spendenrat.com<BR></P>

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