Milder Winter schickt Ölpreis gen Süden

- München -­ Wegen des anhaltend milden Winters vor allem in Teilen der USA ist der Ölpreis weiter auf Talfahrt. Die Notierung verlor gestern im elektronischen Handel an der New Yorker Rohstoffbörse 55 Cent auf 55,08 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Vortag war der Preis zwischenzeitlich auf unter 54 Dollar gefallen, hatte sich dann aber wieder erholt. Öl ist derzeit so günstig wie schon seit Monaten nicht mehr. Auch die Spritpreise in Deutschland gingen zurück und könnten sogar noch weiter fallen.

Als Gründe für das vergleichsweise günstige Öl nennen Experten in erster Linie den anhaltend milden Winter in verbrauchsstarken Regionen Europas und Teilen der USA. "Das ist sicher ein ganz entscheidender Punkt", sagte der Herausgeber des Energie-Informationsdienstes, Heino Elfert. In Deutschland sei vor allem die Nachfrage nach Heizöl gesunken.

Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes sind die internationalen Märkte nicht mehr so nervös wie noch vor einiger Zeit. Dies liege vor allem daran, dass genügend Öl vorhanden sei. Sollte sich das Wetter allerdings noch einmal deutlich ändern, könne auch die Nachfrage wieder steigen.

Von den fallenden Ölpreisen profitieren auch die Verbraucher in Deutschland, vor allem die Autofahrer. Nach Berechnungen des ACE Auto Club Europa liegen die Spritpreise vielerorts auf einem niedrigeren Niveau als vor der Einführung der Mehrwertsteuererhöhung und der neuen Bestimmungen zur Beimischung von Biokomponenten. Der Liter Superbenzin kostet demnach im Schnitt 1,22 Euro, Diesel liegt bei 1,06 Euro. Angesichts weiter nachgebender Rohölpreise wachse derzeit noch der Spielraum für eine Fortsetzung der Talfahrt bei den Spritpreisen.

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