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Der Militär-Transporter A400M wird etliche Milliarden teurer als geplant. Wenn die Staaten nicht zuzahlen, könnte das Programm ganz eingestellt werden, droht die EADS.

Militär-Airbus droht das Aus

Berlin/Paris – Airbus hat Deutschland und sechs anderen Staaten mit einem Produktionsstopp beim MilitärTransporter A400M gedroht, falls die Regierungen die Finanzierung nicht sicherstellen.

Die Bundesregierung will im Poker um Milliarden-Nachforderungen vom Airbus-Mutterkonzern EADS beim Militär-Transporter A400M hart bleiben. Berlin wolle sich strikt an den Vertrag halten und nicht mehr als 650 Millionen Euro zuzahlen, hieß es inoffiziell in Kreisen des Verteidigungsministeriums. Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath hatte am Vortag in Paris erklärt, ein Ausstieg aus der Herstellung des im Dezember erstmals gestarteten Flugzeugs sei ein mögliches Szenario. Das Unternehmen rief die an dem Programm beteiligten Regierungen auf, bis Ende des Monats eine Entscheidung zur weiteren Finanzierung zu treffen.

Airbus habe bereits Pläne aufgestellt, wie die mit dem A400M beschäftigten Ingenieure anderweitig eingesetzt werden könnten, falls der Bau des Militär-Transporters weiterhin Verluste bringen sollte, sagte der Sprecher. Die Ingenieure sollten dann zu zivilen Airbus-Modellen wie dem A350 oder dem A380 versetzt werden. Am A400M-Programm hängen 40 000 Arbeitsplätze in Europa, 11 000 allein in Deutschland.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, die Türkei, Belgien und Luxemburg haben 2003 insgesamt 180 Militär-Transporter zum Gesamtpreis von 20 Milliarden Euro bestellt. Die tatsächlichen Kosten werden aber voraussichtlich um rund fünf Milliarden Euro höher ausfallen, wie aus einem vorläufigen Bericht des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers hervorgeht. Die Verzögerung des Flugzeugprojekts beträgt mindestens drei Jahre.

Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (FTD) soll der A400M sogar 11,3 Milliarden Euro mehr kosten als geplant. Airbus-Chef Thomas Enders soll fest entschlossen sein, das Projekt einzustellen, wenn es bis Ende Januar nicht zu einer Einigung mit den Käuferstaaten kommt.

Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin erklärte nach dem Vorstoß von Airbus, seine Regierung sei bereit, einen Teil der Mehrkosten zu übernehmen. „Aber Frankreich macht das keinesfalls allein.“ Jetzt sei es wichtig, einen Kostenschlüssel für die beteiligten Staaten zu finden. Aus dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin verlautete, es gebe erste Planungen für ein Treffen von hochrangigen Ressortbeamten in der nächsten Woche.

Eine Einstellung des Projekts würde EADS 5,7 Milliarden Euro an Vorauszahlungen kosten, die die Regierungen bereits geleistet haben. Für mögliche Verluste hat Airbus bereits 2,4 Milliarden Euro zurückgestellt. Zudem wäre eine Einstellung mit dem Verlust von Arbeitsplätzen bei Airbus verbunden.

Die beteiligten Staaten haben den A400M als Transportflugzeug für Militäreinsätze in zerklüfteten Regionen wie Afghanistan in Auftrag gegeben. Als möglicher Ersatz sind die beiden US-Flugzeuge Lockheed Martin C-130J und Boeing C-17 Globemaster III denkbar.

Von Emma Vandore

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