Heinz Hermann Thiele ist in den Aufsichtsrat von Knorr-Bremse zurückgekehrt. Foto: Knorr-Bremse AG/dpa
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Heinz Hermann Thiele ist in den Aufsichtsrat von Knorr-Bremse zurückgekehrt. Foto: Knorr-Bremse AG/dpa

Nach vier Jahren

Milliardär Thiele zurück im Aufsichtsrat von Knorr-Bremse

Hans-Hermann Thiele hat zuletzt als Großaktionär der Lufthansa viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Jetzt scheint er sich wieder auf den Bremsenspezialisten Knorr zu konzentrieren.

München (dpa) - Der Milliardär Heinz Hermann Thiele ist nach vier Jahren Pause wieder in den Aufsichtsrat des Bremsenspezialisten Knorr-Bremse eingezogen.

Mit ihm wurden der ehemalige Airbus-Chef und heutige Lufthansa-Aufsichtsrat Tom Enders sowie Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer in das Kontrollgremium des Münchner M-DAX-Konzerns gewählt - wie erwartet, denn Thiele und seine Familie halten 65 Prozent der Anteile. Vor zwei Wochen waren es sogar noch 70 Prozent. Aber kurz vor der Lufthansa-Hauptversammlung hatte Thiele noch Knorr-Bremse-Anteile für 700 Millionen Euro verkauft. Er war seit März zum größten Aktionär der Fluggesellschaft aufgestiegen und hatte den Einstieg des Staates bei der Lufthansa kritisiert, dann aber doch zugestimmt.

Die Hauptversammlung von Knorr-Bremse genehmigte mit 99,99 Prozent der Stimmen die Ausschüttung von 290 Millionen Euro Dividende - das ist fast die Hälfte des Bilanzgewinns 2019. Aufsichtsratschef Klaus Mangold erklärte, Knorr-Bremse habe keine Liquiditätsprobleme. Die Nettoverschuldung liege "nahe null", sagte Vorstandschef Bernd Eulitz.

Wegen der Corona-Krise gingen Umsatz, Gewinn und Auftragseingang im ersten Quartal deutlich zurück, und das zweite Quartal sei noch schwieriger gewesen, sagte Eulitz. Trotzdem "erwarten wir ein positives Ebit 2020" - also einen Gewinn vor Zinsen und Steuern. Es gebe keine Auftragsstornierungen, die Lieferketten seien nicht wesentlich beeinträchtigt, in China sei der Wiederanlauf gelungen. Knorr-Bremse fahre Kurzarbeit, stocke die Bezüge der betroffenen Mitarbeiter auf 85 Prozent, plane aber keinen Personalabbau wegen Corona. Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr will Eulitz bei Bekanntgabe der Halbjahreszahlen im September geben.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-620298/2

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