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Fit für neue Bedrohungsszenarien: Der Puma wird auch in München gebaut.

Krauss-Maffei Wegmann

Milliarden-Auftrag für die Panzerschmiede

Krauss-Maffei baute einst eine Art von Panzern, für die mit dem Eisernen Vorhang der Einsatzzweck weggefallen war. Das Unternehmen hat nun den Auftrag für ein Modell in der Tasche, das den veränderten globalen Bedrohungsszenarien Rechnung tragen soll.

Schutz vor Minen, Schutz vor Panzerabwehrwaffen und vor allem Schutz vor selbstgebauten Sprengsätzen: Was der neue Puma können soll, passt zu den Anti-Terror-Einsätzen, denen sich deutsche Soldaten heute stellen müssen und hat gar nichts mehr mit den gedachten Panzerschlachten aus Zeiten des Ost-West-Konflikts zu tun, für die Geräte wie die Panzer-Legende Leopard entworfen wurden.

Das Bundesamt für Wehrtechnik hat jetzt den Weg für das derzeit größte europäische Rüstungsprojekt für Landstreitkräfte freigemacht. 405 der neu entwickelten, je nach Ausstattung rund 30 bis 40 Tonnen schweren, 1000 PS starken und rund 70 Stundenkilometer schnellen Kampffahrzeuge sollen in den nächsten Jahren an die Bundeswehr geliefert werden.

Davon profitieren die beiden wichtigsten deutschen Unternehmen dieses Sektors zu jeweils 50 Prozent: Rheinmetall (Düsseldorf) und Krauss-Maffei Wegmann (München) haben für das Drei-Milliarden-Euro-Projekt Puma die gemeinsame Tochter PSM gegründet. Der Auftrag ist auch für den Standort Allach wichtig, wo die Hälfte der 3400 KMW-Beschäftigten arbeitet. Ein Beschäftigungsschub ist aber nicht zu erwarten. Die meisten Mitarbeiter, die KMW für den Puma-Auftrag braucht, sind bereits an Bord.

Die bis zu sieben Puma-Insassen haben nicht nur bessere Chancen zu überleben. Sie kommen aus dem Gerät auch leichter ohne bleibende Schäden wieder heraus. Die lärmenden Antriebsketten sind auch akustisch über Gummielemente von der Fahrzeugwanne abgekoppelt worden. Damit sank der Geräuschpegel im Inneren auf 96 Dezibel. Das ist immer noch die Lärmklasse von Kreissägen. Aber von den 120 Dezibel (Start eines großen Flugzeugs in unmittelbarer Nähe) bisheriger militärischer Kettenfahrzeuge ist man damit weit entfernt.

Damit ist der Puma leistungsfähiger, sicherer und für die Insassen verträglicher als das fast 50 Jahre alte Vorgängermodell Marder. Allerdings sollte er auch leicht genug werden, um schnell in Krisengebiete transportiert zu werden. Das gelang nur teilweise.

Der Puma mit der höchsten Schutzstufe kommt auf 41 Tonnen. Damit kann man ihn mit der Bahn zu Einsatzorten bringen. Doch diese dürften in den meisten Fällen nur durch die Luft zu erreichen sein. Um an Bord von Transportflugzeugen zu passen, musste ein zweiter, auf 31,45 Tonnen abgespeckter Puma her. Das gelang nur mit Abstrichen bei der Sicherheit. In der flugfähigen Version ist der Puma rundherum gegen Artilleriesplitter sowie Minen geschützt, gegen Panzerabwehrwaffen aber nur, wenn diese von vorn kommen.

Ein Problem allerdings ist noch nicht gelöst: Der leichte Puma sollte von Militärtransportern vom Typ A400M befördert werden. Das Flugzeug sollte auch gemeinsam mit ihm fertig werden. Nachdem es aber – unter anderem wegen Problemen bei der Triebwerks-Software – bislang noch nicht einmal versuchsweise abheben konnte, steht jeder Terminplan für den Puma-Einsatz in der Praxis noch in den Sternen.

von Martin Prem

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