Marktführer plant Riesen-Zukauf

Milliarden-Deal: Intel will Altera schlucken

New York - Das Übernahme-Karussel in der Chip-Branche dreht sich weiter. Jetzt will Branchenprimus Intel sein Server-Geschäft mit dem Kauf des Spezial-Anbieters Altera ausbauen.

Der Halbleiter-Riese Intel steht vor dem größten Zukauf seiner Geschichte: Der Konzern will für 16,7 Milliarden Dollar den Chipdesigner Altera übernehmen. Der Deal soll in sechs bis neun Monaten abgeschlossen werden. Bereits Ende März hatten US-Medien erstmals über Verhandlungen berichtet. Intel bietet 54 Dollar in bar pro Altera-Aktie, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Noch im März hatte das Papier zeitweise weniger als 35 Dollar gekostet.

Intel, der weltgrößte Hersteller von Computer-Chips, steht unter Druck, sein Wachstum mit Zukäufen zu beschleunigen. Altera fertigt vorwiegend stromsparende programmierbare Chips, die unter anderem in Rechenzentren eingesetzt werden. In dem Bereich macht Intel seine profitabelsten Geschäfte, der traditionelle PC-Markt hingegen lahmt derzeit wegen der Konkurrenz von Smartphones und Tablets.

Über das Interesse von Intel an Altera war bereits seit Monaten spekuliert worden. Im April hieß es in Medienberichten zunächst noch, die Gespräche seien gescheitert. Auch damals sei es um rund 54 Dollar gegangen, und die Ablehnung des Deals durch Altera habe einige Großaktionäre verärgert, berichtete das „Wall Street Journal“. Sie hätten nicht geglaubt, dass Altera so bald wieder ein Angebot in dieser Höhe bekommen könnte.

In der Branche herrscht Hochzeitsfieber: In der vergangenen Woche hatte der in Singapur beheimatete Halbleiterhersteller Avago Technologies den Kauf des US-Spezialisten für Drahtlos-Chips Broadcom für 37 Milliarden Dollar angekündigt - den bisher größten Deal in der Branche.

In den Intel-Fabriken wurden bereits einige Altera-Chips gefertigt. Die Stärke des Altera-Prinzips ist, dass die Chip von den Kunden nachträglich für spezielle Aufgaben angepasst werden können, indem sie einzelne Schaltkreise aktivieren.

Intel ist zwar der klare Marktführer bei Prozessoren für Server in Rechenzentren, aber auch andere Anbieter drängen ins Geschäft - etwa der Chipdesigner ARM, der mit seiner stromsparenden Technologie bei Smartphones und Tablets dominiert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Experten: Nachrüstungen alter Diesel "grundsätzlich möglich"
Die Regierung lässt Millionen Autobesitzer seit Monaten im Unklaren: Kommt doch noch mehr als neue Software, um Motoren zu schmutziger Diesel sauberer zu bekommen? Nun …
Experten: Nachrüstungen alter Diesel "grundsätzlich möglich"
Wegen des Deutschland-Spiels gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen schließen früher
Für die DFB-Elf geht es am Samstag schon um alles. Gut ist das immerhin für die TV-Einschaltquoten - und die Spannung. Auch mehrere Supermarkt-Filialen reagieren.
Wegen des Deutschland-Spiels gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen schließen früher
Opec+ weitet Ölproduktion um eine Million Barrel am Tag aus
Die Opec hat am Freitag vorgelegt, einen Tag später ziehen die Nicht-Opec-Länder nach. Mehr Öl soll in den Markt gepumpt werden, um eine Balance zwischen Angebot und …
Opec+ weitet Ölproduktion um eine Million Barrel am Tag aus
Daimler stoppt Auslieferung von Diesel-Modellen - diese Fahrzeuge sind betroffen 
Daimler hat die Auslieferung mehrerer Diesel-Modelle gestoppt. Grund  ist der angekündigte Rückruf für Fahrzeuge, die einen Diesel-Motor nach der Norm 6b enthalten.
Daimler stoppt Auslieferung von Diesel-Modellen - diese Fahrzeuge sind betroffen 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.