+
Die EZB hatte nicht mit einer so hohen Rückzahlung gerechnet.

137 Milliarden Euro

Banken zahlen EZB Krisenhilfe zurück

Frankfurt/Main - Eine Billion Euro hatte die EZB Ende 2011 und Anfang 2012 in die Finanzwirtschaft gepumpt. Knapp ein Jahr später fließt überraschend viel Geld zurück - ein Entspannungssignal.

Die Banken des Euroraums wollen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich mehr an Krisenhilfe zurückzahlen als erwartet. In einer ersten Runde sollen der Notenbank insgesamt 137,2 Milliarden Euro zufließen, wie die EZB am Freitag in Frankfurt mitteilte. Bankanalysten hatten mit einem Rückfluss zwischen etwa 50 und 100 Milliarden Euro gerechnet.

Bei den zurückfließenden Mitteln handelt es sich um Gelder aus der Ende 2011 gewährten Langfristhilfe der EZB. Das Refinanzierungsgeschäft wurde seinerzeit mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von bis zu drei Jahren aufgelegt. Zusammen mit einem zweiten derartigen Geschäft im Februar 2012 hatte die EZB insgesamt gut eine Billion Euro an die Geschäftsbanken ausgereicht. Grund war die drohende Eskalation der Euro-Schuldenkrise.

Wie die EZB weiter mitteilte, wollen insgesamt 278 Banken von der Möglichkeit Gebrauch machen, einen Teil der Nothilfen vorzeitig zurückzahlen. Die Rückzahlungen werden am kommenden Mittwoch (30. Januar) fällig.

Da hohe Rückzahlungsbeträge prinzipiell auf eine Entspannung im Bankensektor hindeuten, sorgten die Zahlen für positive Reaktionen an den Finanzmärkten. Der Euro legte zu und stieg mit 1,3464 US-Dollar auf den höchsten Stand seit etwa elf Monaten.

Fragen & Antworten: So funktioniert die neue Aufsicht für Europas Banken

Fragen & Antworten: So funktioniert die neue Aufsicht für Europas Banken

Dass sich die Geschäftsbanken bereits jetzt eines Teils der Krisenhilfe entledigen können, war von Beginn an vorgesehen. Experten schätzen, dass vor allem Banken aus robusten Kernländern wie Deutschland von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht haben. Ausschlaggebend ist die deutliche Entspannung in der Schuldenkrise, nachdem die EZB Mitte 2012 zugesichert hatte, den Euro unter allen Umständen verteidigen zu wollen. Kreditinstitute aus Krisenländern wie Spanien oder Italien dürften hingegen einen Großteil der Krisenhilfe aus Sicherheitsgründen behalten haben.

Von nun an haben die Geschäftsbanken jede Woche die Möglichkeit, nicht mehr benötigte Mittel aus den dreijährigen Geschäften vorzeitig an die EZB zurückzuzahlen. Bankanalysten waren vor Veröffentlichung der EZB-Zahlen davon ausgegangen, dass bis zur Jahresmitte etwa 200 Milliarden Euro an die Notenbank zurückfließen. Aufgrund der nunmehr überraschend hohen Rückzahlung in der ersten Runde könnte der Betrag aber höher ausfallen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden
Dass das Wetter mal nicht mitspielt, gehört für die Landwirte zum Berufsrisiko. In diesem Jahr sind die Folgen aber teils besonders hart und wirbeln auch die Einsätze …
Bauern befürchten erhebliche Dürreschäden
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Verbraucherschützer warnen: Salmonellen-Alarm bei Aldi, Penny und Kaufland und Co.! Welche Märkte und welche Produkte betroffen sind, erfahren Sie hier.
„Von dem Verzehr wird dringend abgeraten“: Riesiger Rückruf bei Aldi, Penny und Kaufland
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus
Der Handelsstreit zwischen den USA und großen Volkswirtschaften eskaliert weiter. Experten und Konzernchefs warnen eindringlich vor den Folgen eines sich weiter …
Finanzexperten und Konzernchefs warnen vor Protektionismus
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile
Urlauber sollen bei Online-Buchungen künftig besser abgesichert sein. Das neue Reiserecht hat aus Sicht von Verbraucherschützern aber unerwünschte Nebenwirkungen. Auch …
Verbraucherschützer: Neues Reiserecht bringt auch Nachteile

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.