Milliarden-Risiken auch bei Deutscher Bank und Commerzbank?

Berlin - Die Deutsche Bank erwartet angesichts der Krise an den Finanzmärkten eine Ergebnisbelastung für das dritte Quartal. Deutschlands größtes Bankhaus will zudem Neueinstellungen verschieben. Vorstandschef Ackermann räumte Fehler ein. Er bezifferte das Volumen zur Finanzierung großer Übernahmen auf 29 Milliarden Euro.

Diese Kredite müssten nun anders bewertet werden. "Und das belastet unsere Erfolgsrechnung im dritten Quartal." Alle Werte der Kreditversprechen würden in den nächsten neun Monaten korrigiert. Die Papiere der Deutschen Bank verloren bis heute Mittag mehr als 3 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass Ackermanns Aussagen etwas negativer klängen als zuletzt.

Die geplante Aufstockung der Beschäftigtenzahl bei der Deutschen Bank von derzeit 76 000 auf 80 000 noch in diesem Jahr wird gestoppt. "Das werden wir wahrscheinlich jetzt nicht tun, weil die Märkte das so nicht hergeben" sagte Ackermann. "Wir gehen davon aus, dass wir die Stellen halten können", sagte er in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner", die gestern aufgezeichnet wurde und heute Abend ausgestrahlt werden soll.

Auch die Commerzbank schließt höher als bisher angekündigte Belastungen aus der Krise nicht aus. Die Commerzbank hatte wegen der Subprime-Krise für das zweite Quartal 46 Millionen Euro abgeschrieben und für das dritte Quartal eine vergleichbare Größenordnung angekündigt. "Ob das letztlich ausreichend ist, kann aufgrund der unzureichenden Informationsbasis zur Bewertung von Subprime-Engagements derzeit niemand sagen", sagte Vorstandschef Klaus-Peter Müller am in Frankfurt. "Um so unverantwortlicher wäre es, ständig neue Hausnummern über den Umfang der mutmaßlichen Abschreibungsnotwendigkeiten öffentlich herumzureichen."

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