Milliarden-Flieger sollen neue Arbeitsplätze nach Bayern bringen

- München/Augsburg - Die Milliardenflieger bringen Oberbayerns Luft- und Raumfahrtindustrie zum Brummen. Die Entscheidungen für den Bau des Riesen-Airbus A400M und des Galileo-Satellitensystems sichern und schaffen in Augsburg und Ottobrunn tausende Arbeitsplätze. EADS, MTU, Astrium, aber auch Astrium-Zulieferer wie das Fraunhofer Institut und MAN profitieren.

<P>Gestern wurden unabhängig voneinander die Beschlüsse für den Airbus-Militärauftrag und für Galileo gefasst. Die Branche am Standort Bayern blickt damit optimistischer in die Zukunft. Jeder dritte Job in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie ballt sich im Freistaat, laut Wirtschaftsministerium rund 25 000 Beschäftigte in Bayern.</P><P>Direkt und indirekt könnten im Freistaat durch Galileo bis zu 14 000 neue Jobs entstehen. Die europäische Navigationstechnik wird mit Hauptsitz in Ottobrunn und Oberpfaffenhofen entwickelt. Die ebenfalls gestern beschlossene Rettung des Ariane-Trägerraketen-Programms soll Europa den Zugang zum Weltraum sichern.</P><P>Experten schilderten auf einer Tagung in München jüngst gewaltiges Marktpotenzial. Satelliten-Navigation werde zum Massenmarkt - für Autofahrer, Wanderer, Schiffer oder Rettungskräfte. Bis zu 3,5 Milliarden Euro werden zunächst investiert. Für diese Summe ließen sich nicht einmal 100 ICE-Kilometer bauen. Der volkswirtschaftliche Nutzen wird auf 74 Milliarden Euro in 20 Jahren taxiert. Die Bayern haben die industrielle Führung. "Eines der ehrgeizigsten gemeinsamen Technologieprojekte unseres Kontinents", frohlockt Rainer Hertrich, Präsident des Branchenverbands.</P><P>Bei Hertrich knallen die Korken kräftig. Als EADS-Chef freut er sich zeitgleich über den 20-Milliarden-Auftrag für den A400M - größte Militär-Bestellung der Konzerngeschichte. Mit ihm freut sich Augsburg. Zwar werden die bisher von sieben Ländern bestellten 180 Transportflugzeuge in Spanien zusammengeschraubt. Augsburg sicherte sich aber zahlreiche Arbeitspakete. Die Rumpfschalen werden hier montiert. "Langfristig entstehen 300 Jobs", sagt EADS-Sprecher Wolfram Wolff auch im Hinblick auf Aufträge für den zivilen Airbus A 380, rund 160 werden gesichert.</P><P>Entwicklungsarbeit für zum Beispiel das elektronische Selbstschutzsystem und die Tiefflug-Führung wird in Ottobrunn geleistet - "und die Arbeit geht jetzt erst richtig los", heißt es dort. Manching wiederum hofft darauf, langfristig die Betreuung der 60 auszuliefernden Maschinen für die Bundeswehr zu übernehmen. In Ulm soll ein Technologiezentrum für den A400M entstehen. Allein bei den Zulieferern auf dem Gebiet der Elektronik könnte das mehrere hundert Arbeitsplätze schaffen.</P><P>MTU will 30 Mitarbeiter in Allach und 160 in Ludwigsfelde nahe Berlin mit dem Triebwerks-Großauftrag beschäftigen -mindestens.<BR>Von europaweit 40 000 gesicherten Jobs über 20 Jahre träumt man bei der EADS und den Zulieferern. Der A400M soll zum Exportschlager werden und langfristig über 200 mal exportiert werden. Bisher sind die Hauptabnehmer Deutschland (60), Frankreich (50), Spanien (27) und Großbritannien (25). Sogar Luxemburg strapaziert seinen Verteidigungsetat und bestellt A400M - genau einen.<BR></P>

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