Milliardenfusion von Siemens und Nokia in der Telekommunikation

- München - Der Siemens-Konzern und der große Konkurrent Nokia schaffen in einer milliardenschweren Fusion den drittgrößten Telekommunikations-Ausrüster der Welt. Sie legen ihre Netzwerksparten in einem Gemeinschaftsunternehmen mit knapp 16 Milliarden Euro Umsatz und 60 000 Beschäftigten zusammen, teilten Siemens und Nokia mit.

An dem Joint-Venture halten die Konzerne jeweils 50 Prozent. Damit treiben die beiden Unternehmen die Konsolidierung in der weltweiten Telekom-Branche weiter voran.

Siemens hat damit eine Lösung für die ertragsschwache Kommunikationssparte Com gefunden. In das neue Unternehmen wird mit den Mobilfunknetzen und Festnetzaktivitäten der Großteil von Com eingebracht. Nokia und Siemens wollen bis 2010 jährliche Einspareffekte von 1,5 Milliarden Euro erreichen.

Dies könnte auch bedeuten, dass Arbeitsplätze zur Disposition stehen. Die Strategie der neuen Nokia Siemens Networks sei aber auf Wachstum ausgerichtet, sagte ein Siemens-Sprecher. "Damit bieten wir der Belegschaft eine nachhaltige Perspektive."

Auch wenn beide Unternehmen zu gleichen Teilen an dem neuen Ausrüster beteiligt sind, spielen die Finnen eine größere Rolle. Nokia Siemens Networks wird seinen Hauptsitz in Helsinki haben, der Nokia-Manager Simon Beresford-Wylie übernimmt den Vorstandsvorsitz. Siemens stellt seinerseits den Finanzvorstand, zudem sollen drei der fünf Geschäftsbereiche den Sitz in München haben.

Die Kartellbehörden müssen der Megafusion noch zustimmen. Geben sie grünes Licht, entsteht der drittgrößte Telekom-Ausrüster. Nokia und Siemens liegen knapp hinter Ericsson/Marconi. An der Spitze steht demnächst klar der neue Verbund aus Alcatel und Lucent.

Com ist nach Umsatz wichtigstes Geschäftsgebiet von Siemens. Aus eigener Kraft hätte der Bereich nach Einschätzung von Analysten die ehrgeizigen Renditevorgaben nicht - wie von Konzernchef Klaus Kleinfeld gefordert - bis nächstes Jahr erfüllen können. Kleinfeld hatte im vergangenen Jahr bereits das verlustreiche Mobilfunkgeschäft abgespalten und an BenQ abgegeben.

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