Milliarden-Miese: General Motors rollt bergab

- Detroit - Der weltgrößte Autohersteller General Motors hat im vergangenen Jahr einen gewaltigen Verlust von fast 8,6 Milliarden Dollar eingefahren. Schuld war vor allem das schlechte Geschäft in den USA, wo ein Minus von 5,6 Milliarden Dollar anfiel. Hoffnungszeichen gibt es jedoch aus Europa: das Sanierungsprogramm bei Opel zeigte erste Erfolge.

Der weltweite Umsatz von General Motors sank 2005 um 0,4 Prozent auf 192,6 Milliarden Euro. Auch im vierten Quartal lag der Umsatz mit 51,2 Milliarden Dollar in etwa auf dem Vorjahresniveau von 51,4 Milliarden. Der Absatz erreichte 9,2 Millionen Fahrzeuge, den bisher zweithöchsten Wert. Den erreichte der Konzern allerdings vor allem durch Preissenkungen und Rabatte.

Asiaten machen GM den Absatz schwer

Grund für die Schwierigkeiten von GM: Die Sprit-Schlucker-Modelle des Auto-Riesen kommen in den USA wegen der steigenden Benzin-Kosten immer weniger an. Vor allem asiatische Wettbewerber konnten mit sparsameren Modellen in den vergangenen Jahren Marktanteile gewinnen. Beobachter erwarten nun, dass Toyota im laufenden Jahr erstmals mehr Autos verkauft als General Motors.

Verhalten positive Nachrichten kommen für GM allerdings aus Europa. Dort halbierte sich der operative Verlust vor Sondereffekten auf 375 Millionen Dollar (306 Mio Euro). Die Tochter Opel soll nach Medienberichten fast schwarze Zahlen erreicht haben; das Unternehmen gibt jedoch keine Ergebnisse bekannt. Der deutschen Marke wurde ein Sanierungsprogramm verodnet in dessen Rahgmen 9000 Stellen abgebaut werden.

Um aus der Krise zu kommen, kündigte General Motors die Schließung von zwölf nordamerikanischen Auto- und Teilefabriken und die Freisetzung von bis zu 30.000 Arbeitern bis 2008 an. US-Konkurrent Ford, der ebenfalls in der Krise steckt, hatte kürzlich bekannt gegeben, 14 Fabriken zu schließen.

US-Präsident George W. Bush dämpfte Aussichten auf eine Rettungsaktion der amerikanischen Regierung für GM und Ford. Er rate den Unternehmen, "ein Produkt zu entwickeln, das für den Markt relevant sei", statt mit ihren hohen Pensionsverpflichtungen Hilfe suchend nach Washington zu blicken, sagte Bush dem "Wall Street Journal".

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