Milliardenspiel Fußball: Fall für Versicherung

- München/Hamburg - Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wird ein Milliardengeschäft. TV-Rechte, Sponsoring, Merchandising und Eintrittskarten lassen die Kassen des Weltverbandes Fifa klingeln. Und wo viel Geld im Spiel ist, sind ausreichende Versicherungen gefragt. Stromausfälle, Terroranschläge oder Naturkatastrophen sind die Szenarien, mit denen sich der Chef der Hamburg-Mannheimer Sports GmbH, Jürgen Görling, beschäftigt.

<P>Deutschlands führender Sportversicherer, der auch die Europameisterschaft im nächsten Jahr in Portugal betreut, deckt 2006 die Risiken der Großveranstaltung auf deutscher Seite ab. "Am teuersten wäre es, wenn die WM komplett ausfällt. Das würde uns um die 150 Millionen Euro kosten."<BR><BR>Ein hohes Risiko für die in Bundesliga und Champions League aktive Hamburg-Mannheimer, das konkurrierende Versicherungskonzerne scheuten. "Seit dem 11. September und dem Börsencrash fassen Versicherer nur noch Sachen an, von denen sie etwas verstehen", sagt Görling. So hatte die französische Axa nach den Terroranschlägen die Notbremse gezogen und den Vertrag mit der Fifa für die WM 2002 in Südkorea und Japan gekündigt. </P><P>Um unabhängiger von den Versicherungen zu sein, geht die Fifa bei der WM in Deutschland nun andere Wege. Der Verband hat am Kapitalmarkt einen Katastrophenbond aufgelegt (wir berichteten). Die Ausfallanleihe über 350 Millionen Schweizer Franken (230 Mio. Euro) wird zunächst hinterlegt und an die Investoren plus Zinsen zurückgezahlt, wenn die Titelkämpfe vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 planmäßig über die Bühne gehen.<BR><BR>Damit ist ein Teil der erwarteten Gesamteinnahmen von 1,8 Milliarden Euro abgesichert. Rund 1,4 Milliarden Euro gehen an die Fifa, 400 Millionen Euro erhält das deutsche Organisationskomitee. Das OK mit Franz Beckenbauer an der Spitze hat mit der Hamburg-Mannheimer die Ausfallversicherung über 150 Millionen Euro abgeschlossen.<BR><BR>Entspannt können die erwarteten 3,2 Millionen Zuschauer auf der Tribüne sitzen, wenn zum zweiten Mal nach 1974 wieder in Deutschland der WM-Ball rollt. Jeder im Stadion ist über die Eintrittskarte mit einer Summe von 70 000 Euro versichert.<BR></P>

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