Milliardenspiel um Musikkonzerne

- London - In der Musikindustrie werden die Karten neu gemischt. Jüngste Entwicklung: Edgar Bronfman Jr. hat zusammen mit einer Investorengruppe den viertgrößten Musikanbieter der Welt, die Musiksparte von Time Warner, übernommen. Der Preis: 2,6 Milliarden Dollar, teilte Time Warner mit.

<P>Der britische Musikkonzern EMI stieg aus dem Bieterwettstreit aus und muss sich vorerst allein im schwachen Markt behaupt. Vor wenigen Wochen hatten Bertelsmann und Sony die Fusion ihrer Musiksparten beschlossen.<BR>Die Gruppe um Bronfman kaufe auch die Warner-Musikverlage, hieß es weiter. Time Warner hat die Option, in den nächsten drei Jahren nach Abschluss des Geschäfts 15 % am neuen Unternehmen zu kaufen sowie 19,9 % unter bestimmten Bedingungen, die nicht näher beschrieben wurden. Das Geschäft steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbshüter, soll aber in zwei Monaten stehen.</P><P>Mit Time Warner hatte fast ein Jahr lang auch die Bertelsmann AG verhandelt. Da die Differenzen in Bewertungsfragen nicht beigelegt werden konnten, handelte Bertelsmann anfang November die Fusion der Musiksparten mit Sony aus. Bei Warner galt ein Verkauf an Bronfman kartellrechtlich unbedenklicher als eine Fusion mit EMI. In der Branche wird davon ausgegangen, dass die Aufsichtsbehörden höchstens eine Fusion ehemaliger Konkurrenten genehmigen würden.</P><P>Warner Music mit Labeln wie WEA, Atlantic und Elektra hat mehr als 800 Künstler unter Vertrag, darunter Stars wie Madonna. Das Unternehmen wies im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,3 Mrd. Dollar aus. Weitere Investoren neben Bronfmans Lexa Partners sind die Investmentgesellschaften Thomas H. Lee Partners, Bain Capital und Providence Equity Partners. Der Medien-Milliardär Haim Saban, dem ebenfalls eine Beteiligung an dem Konsortium nachgesagt wurde, tauchte in der Time-Warner-Mitteilung nicht mehr auf. </P><P>Die Musikbranche leidet schwer unter Umsatzeinbrüchen durch Raubkopien auf CD-Rohlingen und im Internet. Wegen der schwierigen Lage wird mit einer weiteren Konsolidierung gerechnet. <BR></P>

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