Umweltverschmutzung: Milliardenstrafe für Chevron

San Ramon - Ein Gericht in Ecuador hat den US-Ölmulti Chevron zu einer milliardenschweren Strafe wegen massiver Umweltverschmutzung im Amazonasgebiet verurteilt.

Dort sickern seit Jahren große Mengen Öl aus einer alten Förderstätte in den Boden und verseuchen die Region. Chevron fühlt sich jedoch nicht zuständig und kündigte am Montag seinen Widerstand gegen das Urteil an. Das Urteil sei “unrechtmäßig und nicht durchsetzbar“, teilte der Konzern am Firmensitz im kalifornischen San Ramon mit. “Es ist das Resultat von Betrug.“ Chevron verwies darauf, dass internationale und US-amerikanische Gerichte bereits im Vorfeld Schritte unternommen hätten, die Entscheidung aus Ecuador zu blockieren.

Nach Angaben des “Wall Street Journals“, das Einblick in das noch unveröffentlichte Urteil hatte, soll Chevron mehr als 8,6 Milliarden Dollar zahlen. Sollte sich der Konzern in Zeitungsanzeigen in Ecuador und den USA nicht binnen 15 Tagen öffentlich entschuldigen, drohte der Richter demnach sogar damit, die Strafe zu verdoppeln. Der Rechtsstreit zieht sich seit 1993 hin. Der Ölkonzern Texaco - der zwischenzeitlich von Chevron übernommen wurde - hatte im Amazonasgebiet ab den 60er Jahren Öl gefördert. Nachdem sich Texaco 1992 zurückgezogen hatte, blieben Hunderte offene Öl-Bassins übrig, aus denen besonders in der Regenzeit eine giftige Brühe in den Boden fließt.

Die Kläger sehen Chevron in der Pflicht. Doch der US-Konzern sagt, die Ölfelder seien wie vereinbart übergeben worden und die Verantwortung liege nun bei Ecuador. Eine Umweltschutzorganisation hatte im Namen von 30 000 Betroffenen Klage erhoben und verlangt, dass Chevron für die Säuberung des Gebiets und die gesundheitlichen Schäden der Menschen aufkommt.

dpa

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