470 Millionen Euro in die Warenhäuser investieren

Karstadt: - Essen - Nach der Expansion in der Touristik-Sparte will der Essener KarstadtQuelle-Konzern nun auch sein Warenhausgeschäft kräftig ausbauen. "Wir werden in den kommenden zwei Jahren rund 470 Millionen Euro in die Warenhäuser investieren."

Das kündigte Konzernchef Thomas Middelhoff bei einem Gespräch am Rande einer Veranstaltung in Hongkong an. Beim Versand als dem Sorgenkind des Konzerns rechne man noch in diesem Jahr mit der Ertragswende. "Es gibt einen Megatrend hin zu einer Rückbesinnung zu den Innenstädten", zeigte sich der Konzernchef überzeugt.

Mit künftig etwa zehn Warenhäusern in der Sparte "Premium" und derzeit noch 82 Häusern unter der einheitlichen Dachmarke "Karstadt" sowie 32 Sporthäusern wolle das Unternehmen in den jeweiligen Regionen eine führende Position im Handel einnehmen. Dabei schloss Middelhoff nicht aus, dass man sich im Laufe dieses Prozesses von weiteren Häusern trennen könne.

Im operativen Geschäft strebe man Renditen von bis zu zehn Prozent bei den Premium-Häusern an. Für die Karstadt-Häuser rechne man mit einer so genannten EBITDA-Marge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von acht Prozent. Mit der Stärkung von so genannten Eigenmarken wolle das Unternehmen dabei seine Erträge steigern. Ziel sei es, den Anteil der 53 Eigenmarken am Umsatz von derzeit 23 Prozent auf 50 Prozent mehr als zu verdoppeln.

Mit der Eröffnung eines eigenen Design-Zentrums für Textilien in Hongkong werde dabei die Umsetzung von neuen Trends für die Eigenmarken des Unternehmens deutlich beschleunigt. Während die Umsetzung der Trends bislang zwischen vier und sechs Monate in Anspruch genommen habe, sollen die neuen Waren künftig nach nur sechs bis acht Wochen in den Regalen liegen. Unterstützt werde Karstadt dabei von dem chinesischen Partner Li und Fung, der etwa für die Auswahl der Fabriken und die Beschaffung der Stoffe verantwortlich sei.

Der Versandhandel von Neckermann und Quelle sei "gut" ins Jahr gestartet, so Middelhoff. Bereits im vergangenen Jahr sei die nun für 2007 erwartete Trendwende greifbar nahe gewesen. Der ursprünglich noch für dieses Jahr geplante Börsengang von Neckermann werde in das Frühjahr 2008 verschoben. Dabei schwebe ihm die Ausgabe von Neckermann-Gratisaktien an die Holding-Aktionäre vor, die für drei Jahre auf eine Dividende verzichtet hätten, sagte Middelhoff.

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