Millionenbetrug bei Ford

Köln - Wegen eines Millionenbetrugs zulasten von Ford ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen einen saarländischen Unternehmer und vier Mitarbeiter des Autobauers wegen Verdacht auf Bestechung und Untreue.

Sie sollen den Konzern um rund zwei Millionen Euro betrogen haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, Bernd Meiners, der Nachrichtenagentur DAPD am Freitag sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der “Saarbrücker Zeitung“. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Stahlbauunternehmer den Ford-Mitarbeitern hohe Summen gezahlt, um Auftrage zu erlangen. Das Geld habe er sich dann wiedergeholt, indem er überhöhte Rechnungen gestellt und Leistungen abgerechnet habe, die er gar nicht erbracht hatte. Dies soll von den Ford-Beschäftigten gedeckt worden sein, wie Meiners sagte. Gegen die Tatverdächtigen erging Haftbefehl. Doch wurde er außer Vollzug gesetzt, nachdem das Quintett Kooperationsbereitschaft signalisiert und Angaben zur Sache gemacht hatte, wie Meiners sagte. 

Konzern nimmt Vorgänge “sehr ernst“

Nach Informationen der “Saarbrücker Zeitung“ soll der Geschäftsmann von Ford-Aufträgen abhängig gewesen sein. In der Zeit von Februar 2004 bis Februar 2009 habe der 50-Jährige in Abstimmung mit den Mitarbeitern der Planungsgruppe, die hauptsächlich Umbauten vor Produktionsumstellungen in Werken betreuten, deutlich überhöhte Rechnungen ausgestellt. Die Forderungen seien dann von den Mitarbeitern als korrekt abgezeichnet und zur Zahlung freigegeben worden. Das Geld sei zum größten Teil an die Ford-Mitarbeiter ausgezahlt worden, berichtete die Zeitung. Unter anderem sollen auch Umbauarbeiten an Privathäusern, Neuwagen, aber auch acht Jagdhochsitze und die Sanierung eines Hundezwingers finanziert worden sein. Das Unternehmen betonte in einer ersten Stellungnahme, es arbeite bei der Aufklärung der Vorgänge eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. “Ford nimmt diese Vorgänge sehr ernst“, hieß es. Der Konzern habe bereits mit einer umfassenden internen Untersuchung begonnen und werde danach entscheiden, ob weitere Maßnahmen notwendig seien, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Zu Details wollte sich das Unternehmen unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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