Millionenbuße gegen Chemiegroßhändler

Bonn - Das Bundeskartellamt hat gegen zwölf Unternehmen des Chemiegroßhandels Bußgelder in Höhe von 15,11 Millionen Euro verhängt. Derzeit wird noch gegen 16 weitere Unternehmen ermittelt.

Über Jahre, teils sogar Jahrzehnte hätten Vertreter der Unternehmen wettbewerbswidrige Absprachen über Preise und Lieferquoten bei Industriechemikalien getroffen, teilte die Behörde am Dienstag in Bonn mit. Die Kartelle umfassten nur den Vertrieb über die Großhändler, Direktlieferungen der Chemikalienproduzenten seien nicht betroffen gewesen. Die Bußgelder beziehen sich auf sechs verschiedene regionale Kartelle. Damit hat das Bundeskartellamt den ersten Teil des Gesamtverfahrens abgeschlossen. Ermittelt wird noch gegen 16 weitere Unternehmen.

Das Verfahren wurde 2006 eingeleitet, nachdem die Brenntag AG aus Mülheim/Ruhr einen Kronzeugenantrag gestellt hatte. Gegen dieses Unternehmen wurde deshalb keine Buße verhängt. Alle anderen Firmen erklärten sich zu umfassender Kooperation mit der Kartellbehörde bereit, was bei der Bußgeldhöhe berücksichtigt wurde. Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig. Alle betroffenen Unternehmen haben die Bereitschaft zu einem einvernehmlichen Verfahrensbeendigung erklärt.

Betroffen sind folgende Firmen: SOFA Chemikalien GmbH & Cc. KG, (Oldenburg), CC Chemikalien GmbH & Cc. KG. (Laatzen), Hanke & Seidel GmbH & CQ. KG, (Steinhagen), Reher & Ramsden Nachflg. GmbH & Co. (Hamburg), Solvadis GmbH (Frankfurt am Main), Stockmeier Chemie GmbH & Co. KG (Bielefeld), Stockmeier Chemie Dillenburg GmbH & Co. KG (Dillenburg), Stockmeier Chemie Eilenburg GmbH & Cc. KG (Eilenburg), Julius Hoesch GmbH & Co. KG (Düren), H. Möller GmbH & Cc. KG (Steinfurt), Gebr. Overlack Chemische Fabrik GmbH (Mönchengladbach), Overlack GmbH (Leipzig).

dpa

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