"Spiegel"

Millionenprämie für Postbank-Vorstand

Bonn/Hamburg - Nur wenige Tage vor dem überraschenden Gewinneinbruch hat der Vorstand der Postbank noch Sonderzahlungen in Millionenhöhe erhalten.

Konkret genehmigte der Aufsichtsrat mit Postchef Frank Appel an der Spitze nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" den Managern eine einmalige Zahlung in Höhe eines Jahresgehaltes. Spekulationen, wonach sich die Bank-Manager vor einer möglichen Inanspruchnahme von staatlichen Garantien noch schnell die eigenen Taschen füllen wollten, weisen Post und Postbank von sich.

Auch mit dem überraschenden Vorsteuer-Verlust von knapp 450 Millionen Euro im dritten Quartal besteht danach keinerlei Zusammenhang. Die Millionenprämie für die Banker und der konkrete Termin seien bereits im Mai vereinbart worden. Damals habe sich die Postbank wegen andauernder Verkaufsspekulationen in schwerem Fahrwasser befunden.

Das Management habe vor außerordentlichen Belastungen gestanden. Insofern sei dem Vorstand eine Sonderprämie für den Fall zugestanden worden, dass die Postbank doch noch zu einem lukrativen Preis an einen Investor veräußert werden könne. Dies sei nun der Fall. Zudem hätten die Banker zugesichert, die Sonderprämie einzufrieren und erst in Anspruch zu nehmen, wenn die Postbank wieder schwarze Zahlen schreibt, beschwichtigt das Unternehmen.

Ein Postbank-Sprecher bestätigte am Samstag den Bericht. Die Bank habe im Zuge der Verkaufsabsichten und dem Einstieg der Deutschen Bank nicht noch weitere Manager verlieren wollen. Deshalb sei der Bonus vereinbart und im September ausgezahlt worden. Die Vorstände hätten das Geld aber mit dem Hinweis auf die Finanzlage der Bank vorübergehend zurückgegeben.

dpa

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